[Poeck (1989). Apraxie. In: Poeck (1989), S. 188 - 207]
Man unterscheidet die
bukkofazialen Apraxie
Beeinträchtigung in der Auswahl der motorischen Elemente,
die eine Bewegung konstituieren und in der korrekten
sequentiellen Anordnung dieser Elemente.
Tritt nur nach Aufforderung oder bei Imitationsaufgaben auf
Unfähigkeit, eine Situation so zu organisieren, daß logisch
aufeinanderfolgende Handlungen ausgeführt werden können, um
ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Patienten sind auch im Alltag auffällig
"... patients who have a severe and lasting disorder of speech production in the absence of any significant impairment of speech comprehension, reading or writing as well as of any significant paralysis or weakness of the speech musculature"
[Lebrun (1990)]
Aphasie
multimodale Störung; d.h. Semantik. Syntax, Morphologie und Phonologie sind (jeweils mehr oder weniger stark) betroffenDysarthrie
die u.a. für das Sprechen zuständigen Nerven und Muskeln sind direkt betroffen d.h. auch bei nichtsprachlichen Aufgaben kann Schwäche, Verlangsamung, Dyskoordination und Tonus- veränderung der beteiligten Muskulatur beobachtet werdenSprechapraxie (vs. Aphasie)
reine Outputstörung; d.h. nur phonologisch-phonetische Leistungen sind beeinträchtigtSprechapraxie (vs. Dysarthrie)
die für das Sprechen benötigten Nerven und Muskeln sind nicht direkt betroffen d.h. bei nicht-sprachlichen Aufgaben ist keine Beeinträchtigung zu beobachten
links anterior, im oder um den Gyrus präcentralis (Teile des Broca- Areals), möglicherweise sind subcortikale Strukturen mitbetroffen
1.1 Kategoriale Fehler
- Substitutionen
(Lautersetzungen)
etwas häufiger antizipatorisch als perseveratorisch; Ziellaut und Substitut unterscheiden sich selten in mehr als zwei distinktiven Merkmalen;- Additionen
(Hinzufügungen)
etwas häufiger antizipatorisch als perseveratorisch;- Elisionen
(Tilgungen)
- Substitutionen sind sehr viel häufiger als Additionen und Ellisionen;
- Konsonanten sind öfter betroffen als Vokale;
- Anstieg der Fehlerzahl bei Anstieg der Silbenanzahl;
- Fehlerwahrscheinlichkeit ist am Wortanfang höher als wortmedial oder -final;
1.2 Lautentstellungen (phonetic distortions)
In den meisten Fällen ist die temporale seltener die räumliche Komponente der Artikulation betroffen, d.h. Laute oder einzelne Phasen von Lauten werden verlängert, wobei die Konfiguration der Artikulatoren korrekt ist.
seltener: Hyper- oder Hyponasalität, Polyphtongisierung
2.1 Prosodie
Silbisches Sprechen (scanning speech)
- mehrsilbige Wörter werden mit intersilbischen Pausen produziert;
- Variation der relativen Prominenz von Silben ist reduziert (isochrone Silben, monotone Akzentuierung)
- keine Reduktion von Vokalen in unbetonten Silben
- unnatürlicher Sprechrhythmus
- zahlreiche Unterbrechungen des Redeflusses
2.2 Koartikulation
- stark reduzierte Makrokoartikulation
- reduzierte Mikrokoartikulation
keine artikulatorische Interaktion zwischen benachbarten Lauten, keine Übergangsphasen (Transitionen) zwischen Lauten
starke Sprechanstrengung (häufig verbunden mit mimischen
oder gestischen Ersatzhandlungen)
Spontansprache (136.46 sec)
Nachsprechliste
(263.79 sec)