Nanna Fuhrhop, Univ. Potsdam, ZAS Berlin
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Integration fremder Wörter

Sprachen unterscheiden sich stark in der Art und Weise, wie sie fremde Wörter integrieren. Manche Sprachen integrieren fremde Wörter vollständig in ihr eigenes phonologisches, morphologisches und graphematisches System, in anderen Sprachen können fremde Wörter Subsysteme bilden. Die Literatur unterscheidet in diesem Sinne häufig Fremd- und Lehnwörter. Wieder andere Sprachen übernehmen fremde Wörter (an allen Stellen) nur unanalysiert oder integrieren fremde Wörter aus nur einer Sprache/Sprachfamilie in ihr System. Für die linguistische Beschreibung und Theoriebildung ist interessant, welche Bedeutung die Integration von fremden Wörtern für eine Sprache hat. So hat das Englische einen Großteil seines Wortschatzes aus dem Französischen entlehnt und sicherlich haben diese Wörter einen großen Einfluss auf die Struktur des Englischen gehabt. In der Literatur finden sich zwei nahezu gegensätzliche Positionen: die eine behauptet, dass fremde Wörter immer ein eigenes System bilden können und so gar nicht oder nur minimal integriert werden. Die andere Position meint, dass gerade der Umgang mit fremden Wörtern die 'wahren' Prinzipien einer Sprache zeigt. Sicherlich kann es keine allgemeine Entscheidung dieser Frage geben und die Beobachtung und Einordnung von Integrationsphänomenen hat immer auch etwas mit dem derzeitigen Sprachsystem zu tun.

Die Integration von fremden Wörtern wollen wir anhand aller wortgrammatischen Kriterien betrachten: der Phonologie, der Flexion, der Wortbildung und der Graphematik. Dabei soll jeweils auch der gegenseitige Einfluss von nativem System und fremden Wörtern betrachtet werden, also z.B.

Möglichst frei von sprachpflegerischen Tendenzen und Ambitionen möchten wir versuchen, die Integration fremder Wörter linguistisch zu beschreiben und zu interpretieren.

Unsere AG richtet sich insbesondere an Wortgrammatiker und Wortgrammatikerinnen aus den Bereichen Phonologie, Morphologie und Graphematik.