Ein exemplartheoretisches Modell zum Erwerb der akustischen Korrelate der Betonung

(Kurztitel: Prosodie-Erwerb)

externer Link DFG-Projekt MO 597/1-1 (B. Möbius): 1.10.2004 - 30.9.2007

Projektbeschreibung

Das Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines exemplartheoretischen Modells zum Erwerb der akustischen Korrelate der Betonung im Deutschen. In einem exemplarbasierten Modell sind die Produktion und die Perzeption von Sprache eng miteinander verbunden. Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein eines perzeptuellen Speichers im Langzeitgedächtnis, in dem sämtliche Kategorien einer Sprache als Wolken von wahrgenommenen Exemplaren angeordnet sind. Bei der Perzeption von Sprache lokalisieren die kodierten phonetischen Parameter des Inputs seine Einordnung im Parameterraum. Die Produktion greift auf diese Ansammlung von Exemplaren zurück, indem sie aus der zu produzierenden Kategorie eine zufällige Menge von Exemplaren auswählt, darüber mittelt und den so erhaltenen Stimulus produziert.

Um ein exemplarbasiertes Modell zum Erwerb der akustischen Korrelate der Betonung zu entwickeln, wird die Auswirkung der Betonung auf die Grundfrequenz, auf die Dauer und auf die Qualität der betonten Vokale in verschiedenen Altersgruppen (zwischen 4 Monaten und ca. 15 Jahren) und über verschiedene Zeiträume hinweg untersucht. Es soll analysiert werden, wann Kinder Unterschiede in der Betonung wahrnehmen, wann und wie sie Betonung realisieren und ob sie die akustischen Korrelate der Betonung ihrer Eltern übernehmen.

Pressemitteilung Nr. 14/2005 vom 1.3.2005 der Univ. Stuttgart
Artikel im Unikurier Nr. 95 Mai 2005 der Univ. Stuttgart