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Umfassende Modellierung von Redebeiträgen in Prosatexten

In vielen Arten von Prosatexten - seien es literarische Texte oder Nachrichtentexte - spielen Redebeiträge von Personen eine zentrale Rolle als Quelle für Information über diese Personen, ihre Einstellungen, und ihre Beziehungen zu anderen Personen. Solche Information kann weitergehend zur Analyse von Handlungsmuster und zur Konstruktion von sozialen Netzwerken dienen. Während Leser keine Probleme haben, einzelne Redebeiträge zu Repräsentationen kompletter Situationen zu kombinieren, ist dies für Computer noch eine herausfordernde Aufgabe. Aktuelle Methodenverwenden in der Regel eine "Pipeline", die ausgehend von einzelnen Redebeiträgen Schritt für Schritt zu globaleren Figuren- und Situationseigenschaften weiterzugehen versucht. Da einzelne Redebeiträge aber oft kurz und uninformativ sind, entstehen dabei oft Vorhersagefehler, die später nicht mehr ausgeglichen werden können.In diesem Projekt entwicklen wir gemeinsame Inferenzverfahren (joint inference), um die verschiedenen Aspekte von Redebeiträgen (Wer spricht? Was wird gesagt? Wer wird angesprochen? Welches Verhältnis habenSprecher und Hörer?) gemeinsam komputationell zu modellieren. Das entstehende gemeinsame Modell kann die Abhängigkeiten zwischen denverschiedenen Aspekte berücksichtigen, und Information über dieverschiedenen Aspekte kann sich gegenseitig ergänzen. Dadurch schaffen wir einen soliden computerlinguistischen Ausgangspunkt für den Einsatzvon Verfahren zur automatischen Analyse von Redebeiträgen in den digitalen Geistes- und Sozialwissenschaften.


Mitarbeiter

Sean Papay