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Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 1995

(Stand: 15.02.1995)

Beginn der Lehrveranstaltungen: Montag, 24.04.1995


Rooth:

Einführung in die Prädikatenlogik

Mo 14:00 - 15:30 (Raum 13.11)
Do 11:30 - 13:00 (Raum 13.11), Übungen

Seminarstufe: Proseminar

Dies ist die direkte Fortsetzung des Kurses Mathematische Grundlagen, wobereits in die Semantik von Aussagen- und Prädikatenlogik eingeführt wurde. Jetzt geht es zunächst um den Beweisbegriff und seine wichtigsten Eigenschaften. Danach werden wir uns anderen mathematischen Hilfsmitteln aus der Algebra zuwenden.

Literatur:

B. Partee, A. ter Meulen, R. Wall: Mathematical Methods in Linguistics (Kluwer1990).

Rohrer/Fortmann/J. Berman:

Syntax I: Lexical Functional Grammar (LFG)

Do 15:45 - 17:15 (Raum 12.21), Übungen
Fr 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Proseminar

Das Proseminar bietet eine Einführung in die LFG. Im Seminar sollen der Formalismus der LFG, ihre Repräsentationen und Regeln erarbeitet werden. Dies wird insbesondere mit Blick auf die Anwendung bei der Grammatikimplementierung für das Deutsche geschehen. In diesem Zusammenhang sollen syntaktische Besonderheiten des Deutschen zur Sprache kommen und (wenn möglich) eine Einführung in die Implementierungsarbeit mit der für LFG entwickelten "Grammars Writers Workbench" erfolgen.

Literatur:

Bresnan, J. (ed.) (1982): The Mental Representation of Grammatical Relations,Cambridge Mass.
Sells, P. (1985): Lectures on Contemporary Syntactic Theories, CSLI LectureNotes No.3. Stanford.

Zimmermann:

Semantik I

Di 15:45 - 17:15 (Raum 12.21)
Do 14:00 - 15:30 (Raum 12.21), Übungen

Seminarstufe: Proseminar

Einführung in die modelltheoretische Semantik und die Diskursrepräsentationstheorie. Der Stoff umfasst die Kapitel 13 und 14 in Partee/ter Meulen/Wall, sowie Kapitel 1 und 2 von Kamp/Reyle.

Literatur:

L.T.F. Gamut: Logic, Language, and Meaning. Bd. 2 (1991).
Dowty/Wall/Peters: Introduction to Montague Semantics, Dordrecht: Reidel,1981.
Kamp/Reyle: From Discourse to Logic, Manuskript IMS, erscheint 1993 beiKluwer.
Partee/ter Meulen/Wall: Mathematical Methods in Linguistics, Dordrecht: Kluwer,
1990.
Cahn: Formal Semantics. Cambridge 1993.

Frey:

Syntax II

Di 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)
Fr 11:30 - 13:00 (Raum 12.21), Übungen

Seminarstufe: Proseminar

Dieser Kurs soll eine Einführung in HPSG und in zentrale Phänomenbereiche der deutschen Syntax bieten. Dabei wird auch daraufeingegangen, wie in HPSG grundlegende Konzepte und Einsichten der GB rekonstruiert bzw. modizifiert werden.

Literatur:

J. Nerbonne, K.Netter und C.Pollard(eds.), German in Head-Driven PhraseStructure Grammar, CSLI Lecture Notes, 
Nr.46, 1994
C. Pollard & I.Sag, Head-Driven Phrase Structure Grammar, University ofChicago Press, 1994

Marasek:

Spracherkennung I

Mo 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor, Raum 3.11)
Mi 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor, Raum 3.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

Voraussetzung: Einführung in die Phonetik/Phonologie

In dem Seminar werden die Methoden der akustischen Analyse vermittelt. Die gängigen Methoden der Sprachaufzeichnung und Sprachanalyse werden mit Hilfe der am Institut vorhandenen Rechner eingeübt.

Literatur:

Neppert & Petursson, 1986, Elemente einer akustischen Phonetik, BuskeVerlag: Hamburg.
Cooke, Beet & Crawford, 1993, Visual representations of speech signals,Wiley: Chichester.
Oppenheim, Scafer, 1975, Digital signal processing, Prentice Hall Int.,
London.

Dogil/Jessen:

Spracherkennung II: Sprachwahrnehmung

Di 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor, Raum 3.11)
Do 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor, Raum 3.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

Voraussetzung: Einführung in die Phonetik/Phonologie; Spracherkennung I; Experimentelle Phonetik I

In diesem Seminar werden die Theorien der menschlichen Sprachwahrnehmung vorgestellt und diskutiert. Es werden Experimente durchgeführt, die wesentlich zur Validierung dieser Theorien beigetragen haben. Außerdem werden die Seminarteilnehmer eigene Experimente zur Wahrnehmung der Prosodie durchführen.

Literatur:

Miller, J., R.D. Kent & B.S. Atal, eds., (1991). Papers in SpeechCommunication: Speech Perception. New York: 
Acoustical Society of America. (D4,PAP 25)
Schwab, E.C. and H. Nusbaum, eds., (1986). Pattern Recognition by Humans andMachines: Speech Perception. 
New York: Academic Press.

Dogil/Bender:

Diagnostik und Therapie zentraler Sprachstörungen

Fr 9:30 - 11:45(!) (Herdweg 112)

Zielgruppe: Studierende des Diplom- bzw. Magisterstudiengangs Linguistikim Hauptstudium

Im Seminar geht es zunächst um den theoretischen Aufbau, die Durchführung, die sprachsystematische Analyse und die Auswertung der zur Zeit gängigen Diagnoseverfahren zur Erfassung zentraler Sprachstörungen. Anschließend werden aktuelle Therapiemethoden (sprachsystematischer Ansatz, PACE, MIT, etc.) vorgestellt und diskutiert.

Literatur: wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.


Dogil/Jessen:

Phonologie: Neuere Entwicklungen

Di 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)

Voraussetzung: Einführung in die Phonetik/Phonologie

Folgende Themenbereiche werden im Seminar anhand der Texte diskutiert:

  1. Phonologische Repräsentationen: - Clements, G. and B. Hume (1995). TheInternal Organization of speech sounds. In: Goldsmith, ed., (1995): 245-307
  2. Akzent und Betonung: - Halle, M and W. Idsardi (1985). General properties ofstress and metrical structure. In: Goldsmith, ed., (1995): 403-444
  3. Intonation und Satzprosodie: - Selkirk, E. (1995). Sentence Prosody:Intonation, Stress and Phrasing. In Goldsmith, ed., (1995): 550-570.
  4. Morphologische Regeln und Phonologische Beschränkungen: - McCarthy, Jand A. Prince (1995). Prosodic Morphology. In Goldsmith, ed., (1995): 318-367

Die Texte können noch vor Semesterbeginn im Sekretariat von Herrn Prof.Dogil abgeholt werden.

Literatur:

1. Goldsmith, J., ed., (1995). The Handbook of phonological Theory. Oxford:Blackwell
2. Kenstowicz, M. (1994). Phonology in generative grammar. Oxford: Blackwell(D4 KEN78)

Wokurek:

Programmieren von Signalverarbeitungsalgorithmen in C

Di 14:00 - 15:30 (Phonetiklabor, Raum 3.11 )

Dieses Seminar ist ein Grundkurs für die Programmiersprache C. Alle Sprachelemente von C werden aus der Sicht der Programmierung von Algorithmen der digitalen (d.h. zeitdiskreten) Signalverarbeitung dargestellt. Nach dieser Einführung in C werden die elementaren Signalverarbeitungsalgorithmen: FIR-Filter, IIR-Filter und FFT (radix 2) vorgestellt und von den Studenten als Seminararbeit programmiert.


Wokurek:

Digitale Signalverarbeitung: Entwicklung phonetischerInstrumente

Do 14:00 - 15:30 (Phonetiklabor, Raum 3.11 )

Seminarstufe: Hauptseminar

Das Ziel dieser Lehrveranstaltung ist die Einführung in den Problemkreis der Entwicklung 'phonetischer Instrumente'. Das ist die Implementierung von Signalverarbeitungsaufgaben für die experimentelle Arbeit mit Sprachsignalen im Rahmen von Spracherkennung, Sprachsynthese und Phonetik. Typische Aufgabenstellungen sind: Aufnahme, Wiedergabe, automatische Segmentierung und Analyse von Sprachsignalen.

In diesem Seminar werden die vorhandenen Software-Werkzeuge zur Entwicklung von 'phonetischen Instrumenten' vorgestellt. Hauptziel ist dabei die Verwendung des jeweils geeignetsten Software-Werkzeugs zur Lösung jeder Teilaufgabe eines 'phonetischen Instruments'. Dafür stehen die Programmpakete MATLAB, ESPS und WAVES sowie Programmiersprachen (C, FORTRAN, ...) zur Verfügung. Nach der Darstellung dieser Werkzeuge zur Entwicklung von 'phonetischen Instrumenten'  werden phonetische Aufgabenstellungen im Rahmen von Seminararbeiten von den Studenten realisiert.


Möhler/Jessen:

Softwarepraktikum: Algorithmen zur Resynthese vonSprachsignalen

Das Praktikum wird als Blockpraktikum angeboten.

1. Termin: Di, 2. Mai, 11:45, Phonetiklabor (zur Besprechung der weiteren Termine)

Voraussetzung: Grundkenntnisse in C oder Satz- und Diskursprosodie oder Sprachsynthese I

Ziel des Praktikums ist es, unser Wissen über die Sprachsynthese (speziellder Satzprosodie) zu nützen und bei der Programmierung von Algorithmen umzusetzen. Je nach Kenntnisstand und Interesse der Teilnehmer sollen in kleinen Arbeitsgruppen phonetisches Wissen und Grundkenntnisse in der Programmiersprache C kombiniert werden, und Teilaufgaben einer komplexeren Aufgabenstellung im Bereich der Resynthese von Sprache gelöst werden. Zu Beginn des Praktikums werden die Teilnehmer in die Entwicklungsumgebung (bereits vorhandene Programme, C-Compiler, Debugger, verwendete Datenstrukturen) und den phonetischen Kontext eingeführt.


Regel-Brietzmann:

Spracherkennung III: Automatische Spracherkennung

Do 15:45 - 17:15 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar

Voraussetzungen: Grundlagen der Hidden-Markov-Modelle. Falls diese Grundlagen nicht vorhanden sind, ist ein erhöhter Arbeitsaufwand notwendig.

Das Seminar ist eine zweissemestrige Veranstaltung. Beide Teile können auch getrennt besucht werden. Im Sommersemester überwiegt der theoretische Teil und im Wintersemester wird hauptsächlich mit dem Software-Paket HTK (Hidden-Markov-Toolkit) gearbeitet.

Der Schwerpunkt des theoretischen Teils im Sommersemester ist die Worterkennung mit Hidden-Markov-Modellen. Folgende Themen werden bearbeitet:

  • Unterteilung der Spracherkenner und Einsatzmöglichkeiten
  • Probleme bei der automatischen Spracherkennung
  • Merkmalsextraktion
  • Klassifikation
  • Grundlagen Hidden-Markov-Modelle
  • Training und Erkenner
  • Andere Verfahren

Übungen mit dem Softwaresystem werden durchgeführt, bilden aber nur auf Wunsch einen größeren Rahmen.

Der zweite Teil (Wintersemester) beinhaltet eine Übung am Rechner, bei der in mehreren Aufgaben ein fortschritlicher Erkenner mit dem HTK-Toolkiterarbeitet werden soll.


Eberle:

Eine Semantikimplementierung für die Maschinelle Übersetzung

Di 15:45 - 17:15 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

In dem Seminar soll über die Prolog-Implementierung einer DRT-basierten Semantikkomponente für das IBM-Übersetzungssystem LMT berichtet werden. Anhand dessen sollen spezifische Fragestellungen erörtert werden u.a. zur Modellierung von Hintergrundwissen als Sortenhierarchie und deren Verwendung, zum Repräsentationsformat diverser Sprachmittel, zur Interaktion von Quantifikation, Plural, Tempus und Aspekt und zu Inferenzverfahren für bestimmte satzübergreifende Phänomene. Bei Bedarf gibt der Vergleich mit Arbeiten aus der Literatur Gelegenheit zu Referaten (für die Vergabe von Scheinen).

Literatur: wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


Dörre/König:

Deduktionssysteme

Mi 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Automatische Beweiser sind zentraler Bestandteil vieler Systeme aus dem Bereich der KI und stellen insbesondere für das logische Programmieren eine notwendige technische Voraussetzung dar. Im Seminar werden die Grundlagen für Deduktionssysteme verschiedenster Art behandelt. Die Themen umfassen u.a. Kalküle für Prädikatenlogik -- insbesondere verschiedeneVarianten der Resolutionsmethode, sowie Kalküle des natürlichen Schließens -- und verschiedene Repräsentationsmethoden für solche Kalküle wie Tableaux, Connection-Graph-Methode, oder Matrix-Methode. Besonderes Augenmerk wird auf die Grundlagen für das gängige Paradigma des logisches Programmierens, das Programmieren mit definiten Klauseln, gelegt. Es werden aber auch darüber hinaus gehende Themen, wie Gleichheitsbehandlung mit Paramodulation, Termersetzung und Unifikationstheorien angeschnitten. 

Literatur:

Hofbauer/Kutsche (1991). Grundlagen des maschinellen Beweisens, Vieweg, ISBN3-528-14718-0 (2.Aufl.)

Weitere Literatur wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


Dörre/Wanner:

Generierung

Mi 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Die automatische Synthese (oder Generierung) von Texten ist -- verglichen mit maschineller Übersetzung und Parsing -- eine relativ junge Disziplin der Computerlinguistik. Im Laufe der letzten Jahre hat sie jedoch immer mehr an Bedeutung gewonnen und spielt bereits heute eine bedeutende Rolle in praktischen Anwendungen. Der Kurs ist als Einführung in die Problematik der Textsynthese gedacht.

Ein kurzer historischer Überblick und die Diskussion verschiedener Architekturen von Generierungssystemen sollen einen Einstieg in die Thematik bieten. Danach sollen die verschiedenen Teilaspekte der Textsynthese detaillierter besprochen werden:

  1. Repräsentation der sprachlichen und konzeptuellen Semantik und ihre Zusammenwirkung. Neuere Arbeiten im Bereich der Generierung unterstreichen die Notwendigkeit der Trennung zwischen sprachabhängiger und konzeptueller Semantik. Der Kurs soll die wichtigsten Formalismen zur Wissensrepräsentation sowie die Abbildung konzeptueller auf sprachspezifische Strukturen behandeln.
  2. Textplanung (Selektion der zu vermittelnden Information und textuelle Strukturierung dieser Information). Textplanungsstrategien basieren in der Regel auf bestimmten Diskurstheorien, wie sie aus der Textlinguistik bekannt sind. Es sollen die wichtigsten Theorien vorgestellt und ihre Anwendung in der Textsynthese untersucht werden.
  3. Lexikalisierung (Wort- oder Ausdruckswahl). Die Lexikalisierung, d.h. die Abbildung sprachabhängiger semantischer Strukturen auf sprachliche Konstrukte, überlappt sich sowohl mit der Textplanung als auch mit der Grammatik. Somit ist es nicht verwunderlich, daß sie mit der zunehmenden Mächtigkeit der Textplanungsmodule und der Grammatiken immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. In dem Kurs sollen verschiedene Lexikalisierungsstrategien erörtert werden. Ein zentrales Thema soll dabei die Beziehung der Lexikalisierung zum Diskurs sein.
  4. Grammatik. Generierung auf Basis von reversiblen (Unifikations-)Grammatiken, die sowohl für Parsing als auch für Generierung herangezogen werden können, ist ein in letzter Zeitpopuläres Forschungsthema. Es werden die wichtigsten Arbeiten in dieser Forschungsrichtung vorgestellt.

Literatur: wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


Christ/Heid:

Von Corpora zu Lexika: Linguistische Corpuserschließung

Di 9:45 - 11:15 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Pro-/Hauptseminar

Das Seminar stellt die grundlegenden Verfahren und Konzepte der linguistischen Erschließung von Textcorpora anhand von Beispielen aus deutschen, englischenund französischen Zeitungscorpora dar. Zunächst werden die wichtigsten Arbeitsschritte bei der Aufbereitung von Textmaterial (Erkennung von Satzgrenzen, von Wortformen, morphosyntaktische Analyse und Lemmatisierung, Identifikation von phrasenstrukturellen Konstrukten, partielles Parsing, interaktive oder automatische Corpusabfrage) beschrieben und der neueste Stand von Wissenschaft und Technik in diesen Bereichen dargestellt.

Daneben ist der Bereich der Corpusanfragewerkzeuge ein zentrales Thema der Veranstaltung: aus der Sicht der Wörterbuch- und Grammatikerstellung ergeben sich spezielle Aufgaben bzw. Fragestellungen, die der Linguist anhand von Corpusmaterial überprüfen möchte. Beispiele hierfür aus der praktischen Arbeit an Wörterbuch- und Grammatikfragmenten werden diskutiert. Die Teilnehmer erhalten eine Einführung in die Benutzung des am Institut entwickelten Corpusabfragesystems und sollen im Verlauf des Seminars in die Lage gesetzt werden, selbst Anfragen für konkrete deskriptive Aufgaben zu entwickeln.

Schein: Hausarbeit und/oder Vortrag (bitte absprechen).

Literatur: wird zu Beginn des Seminars angegeben;Einführungsaufsätze bzw. Handbücher für die am IMSvorliegenden Werkzeuge werden ab März bereitgestellt (bitte bei UlrichHeid abholen).


Rooth/Eisele:

Parsing II

Do 14:00 - 15:30 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

Das Seminar vertieft die im Hauptseminar Parsing I behandelten Themen vor allem in Hinblick auf die Frage, wie sich die jeweiligen Methoden praktisch anwenden lassen. Folgende Aspekte sollen näher untersucht werden:

  • Betrachtungen zur Effizienz von Parsingverfahren
  • Behandlung von Ambiguitäten
  • Robustes Parsing
  • Probabilistische Modelle
  • Corpora-basierte Methoden und partielles Parsing
  • Schnittstellen zwischen Parser und Spracherkennung

Je nach Zeit und Interesse können auch Themen aus den Bereichen "Parsing mit neuronalen Netzen'' oder "Induktion von Grammatiken aus Beispieltexten'' behandelt werden.


Van Genabith/Krause:

Einführung in die computationelle Semantik

Mo 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Voraussetzungen: Grundkenntnisse aus den Kursen Semantik I und Einführung in die Computerlinguistik

Dieser Kurs ist als Fortsetzung der Einführung in die Computerlinguistik gedacht. Nach einer Einführung sollen einfache Methoden der Semantikkonstruktion vorgestellt werden. Natürlichsprachliche Sätze werden in einfache semantische Repräsentationen erster Stufe übersetzt und umgekehrt. Einfache Verfahren zur Quantorenskopierung und zur Anaphernauflösung werden diskutiert. Die entstandenen Repräsentationen werden dazu verwendet (i) Datenbanken aufzubauen und abzufragen, (ii) einfache Inferenzen zu ziehen.

Weiterhin sollen Probleme angesprochen werden, die sich bei der Behandlung von empirischen Phänomenen wie z.B. generalisierten Quantoren, Plural und Tempus ergeben.

Praktischer Teil: Implementierung in Prolog oder CUF.

Näheres (z.B. zur Scheinvergabe) wird zu Semesterbeginn bekanntgegeben.


Kamp/Reyle:

Semantik III: Philosophische, psychologische und logische Aspekte der Diskursrepräsentationstheorie: Propositionale Einstellungen, Kommunikation und Inferenzen

Di 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)
Fr 11:30 - 13:00 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

In diesem Seminar sollen neuere Anwendungen der DRT diskutiert werden. Das Material wird aus einer Auswahl aus dem Inhalt des geplanten zweiten Bandes von "From Discourse To Logic" bestehen. Im Gegensatz zum ersten Band wird der zweite stärker die philosophischen, psychologischen und logischen Aspekte der DRT fokussieren. Diese Fokussierung wird auch die Stoßrichtung des Seminars weitgehend bestimmen.

Die zu behandelnden Themenbereiche:

  1. Sprachphilosophische Fragen:
    1. Propositionaler Gehalt, Wahrheitsbedingungen und Interpretation.
    2. Theorie der Referenz, Variablenbindung und Quantifikation.
    3. Behauptung und Präsupposition
  2. Intensionalität und Intentionalität:
    1. Intensionalität, Intensionale Logik und DRT
    2. DR-theoretische Repräsentation propositionaler Einstellungen.
    3. DRS-konstruktionsverfahren für Einstellungsverben und Verben der indirekten Rede.
    4. Intentionalität in der lexikalischen Semantik
  3. Grundzüge einer DR-theoretischen Kommunikationstheorie
  4. Inferenzen, Unterspezifizierung:
    1. DRS-Kalküle
    2. Unterspezifizierung von
      1. Quantoren-Skopus
      2. anaphorischen Beziehungen
    3. Inferenzen auf unterspezifizierten Strukturen

Literatur: wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


Merin:

Semantik III: Boolesche und lineare Semantik

Mo 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Algebraische Semantik im Sinne von Montagues 'Universal Grammar' hat die Algebra der Wahrheitswerte, d.h. {0,1} mit den Booleschen Operationen, als letzten Werteraum. Was passiert, wenn man Struktur im Sinne von 'UG' (Abs. 1-3) stattdessen über kardinale Nutzenwerte bzw. stochastisch explizierte Relevanzwerte, d.h. die Algebra der reellen Zahlen (R;+,x) induziert? Sprachliche Ausdrücke erhalten dann Denotate in Linearen Algebren über R. Die fundamentale Operation, Linearkombination, gestattet es unter anderem, linear interpretierte Junktoren mathematisch sauber indexikalisch werden zu lassen. Für Koordination und Standard-Quantoren sollen empirische Vorhersagen mit denen der Booleschen Semantik verglichen werden.


Zimmermann:

Logik III: Typenlogik

Fr 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

In diesem Seminar geht es um die logischen Eigenschaften typenlogischer Sprachen wie Montagues Intensionaler Logik und mehr oder weniger verwandter Systeme (zweisortige, relationale, dynamische, kombinatorische,... Typenlogik): Konversionsgesetze, Church-Rosser-Eigenschaft, (Un-)Vollständigkeit, Übersetzbarkeit, Formeln als Typen etc. Die Kenntnis dieser Sprachen wird nicht vorausgesetzt, aber die Teilnehmer(innen) sollten schon einmal einen Lambda-Operator gesehen haben.

Literatur:

H.P. Barendregt: Lambda Calculi with Types. In: S. Abramsky, D.M.Gabbay, T.S.E.Maibaum (eds.): 
Handbook of Logic in Computer Science. Vol. 2. Oxford 1992,117-309.
D. Gallin: Intensional and Higher-order Modal Logic. Amsterdam 1975.

Weitere Literatur wird im Seminar angegeben.


Kamp/Merin:

Pragmatik

Mo 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)
Do 11:30 - 13:00 (Raum 12.21), Übungen

Seminarstufe: Hauptseminar

Wenn wir einen Text lesen oder einem Sprecher zuhören, so ergibt sich für uns aus dem, was wir lesen oder hören, meist eine Vielfalt von Informationen. Es ist Aufgabe der Bedeutungslehre im umfasssenden Sinne, Art und Inhalt dieser Informationen zu beschreiben und zu erklären. Traditionell wird diese Aufgabe zwischen der Semantik und der Pragmatik aufgeteilt. Die Semantik ist demnach zuständig für die Bedeutungen einzelner Wörter und für die Prinzipien, nach denen diese sich zu Satz- und Textbedeutungen zusammenfügen lassen. Die Pragmatik behandelt die Mechanismen, Voraussetzungen und Randbedingungen des Sprachgebrauchs -- insbesondere der sprachlichen Kommunikation.

Aus computerlinguistischer Sicht ist die Pragmatik von ebenso großer Bedeutung wie die Semantik. Sprachverarbeitende Systeme, die fähig sein sollen, sprachliche Eingaben so zu interpretieren, wie es auch der Mensch vermag, kommen ohne Pragmatik ebensowenig zu Rande wie solche, denen eine brauchbare Semantik fehlt. Der Bedarf an Pragmatik ist extrem ausgeprägt gerade bei der Deutung von Gesprochenem und spielt deswegen eine besonders wichtige Rolle bei der Entwicklung von Systemen, die Dialoge verstehen bzw. führen können sollen.

Unter diesem Gesichtspunkt wollen wir im Seminar die Probleme der Pragmatik darstellen und diskutieren -- also auch die etablierten Kapitel der "klassischen" Pragmatik: Deixis und Indexikalität, Konversations- und Sprechakttheorie, Präsupposition und Implikatur. Dabei werden wir uns auch im Detail mit dem Zusammenspiel semantischer und pragmatischer Prinzipien befassen, u.a. bei der Deutung von Konjunktionen und Partikeln wie 'und', 'oder', 'aber', 'auch' usw. Eines unserer Ziele ist es, pragmatische Prinzipien hoher Allgemeinheit herauszuarbeiten, die mit den reifsten verfügbaren Theorien rationalen Handelns kompatibel sind und deren formale Explikation feinkörnige linguistische Vorhersagen liefert. Dabei werden wir u.a. aufanalytische Instrumente zugreifen, die auch in anderen Bereichen der Computerlinguistik zum Einsatz kommen.

Literatur: wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


Rohrer/Heid/Wedekind:

MÜ I: LFG-basierte Maschinelle Übersetzung

Do 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Ablauf und Ziel: In dem Seminar sollen die wichtigsten Grundkonzepte der LFG (Lexikalisch Funktionale Grammatik) und ein Transferansatz auf der Grundlage von Projektionen eingeführt und diskutiert werden. Auf dieser Basis werden Beispiele für die Übersetzung zwischen Deutsch und Französisch bzw. Englisch durchgearbeitet.

Die Teilnehmer sollen nach Ende des Kurses in der Lage sein, kontrastive Beschreibungen für den Transfer selbst zu erstellen. Die einzelsprachlichen Beschreibungen, die im Seminar diskutiert bzw. neuerstellt werden, können anhand des Grammar Writer's Workbench überprüft werden. Daneben kann das bestehende Stuttgarter LFG-System benutzt werden.

Literatur: eine Literaturliste wird zu Beginn des Seminars ausgegeben;zur Vorbereitung (vor Semesterbeginn zu lesen!) sind ab sofort Texte imSekretariat erhältlich.


Nanz/Yoshimoto:

MÜ II: Maschinelle Übersetzung Deutsch--Japanisch(gesprochene Sprache)

Di 14:00 - 15:30 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

In diesem Seminar sollen Probleme der Maschinellen Übersetzung Deutsch--Japanisch (gesprochene Sprache) betrachtet werden. Dabei werden wir uns schwerpunktmäßig mit Dialogdaten zurTerminplanung (Vermobil) beschäftigen. Als Syntaxmodelle dienen LFG und HPSG.

Literatur: wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.



Kolloquien

Dogil:

Kolloquium für Examenskandidaten

Mo 14.00 - 16:15


Rooth:

Kolloquium für Examenskandidaten

Di 14:00 - 16:15


Kamp/Rohrer

Doktoranden-/Institutskolloquium

Mo 15:45 - 17:15 (Herdweg 112)



Projekt Magister und Arbeitswelt

Sprechzeiten: Di - Do 10:00 - 12:00

Das Projekt Magister und Arbeitswelt: Berufsperspektiven für Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen möchte Studierende in den Geistes- undSozialwissenschaften durch gezielte Maßnahmen bei der beruflichen Orientierung unterstützen. Das Projekt arbeitet mit dem Arbeitsamt Stuttgart eng zusammen. In jedem Semester werden ca. 5 Informationsveranstaltungen angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Praktikumsberatung und -vermittlung.

Nähere Informationen erteilt Ihnen:

Claudia Tremel M.A.
Projekt Magister und Arbeitswelt
Universität Stuttgart
Kronenstraße 34, 3.OG, Zi. 3/3
(0711) 121-2320