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Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Wintersemester 1995/96

(Stand: 19.07.1995)

Beginn der Lehrveranstaltungen: Montag, 16.10.1995


Inhalt:


Jessen:

Einführung in die Linguistik

Di 15:45 - 17:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Proseminar
Zielgruppe: Studienanfänger

Einführung in die Grundbegriffe und Teilgebiete der Sprachwissenschaft mitSchwerpunkt in der theoretischen Linguistik.

Literatur:

Grewendorf/Hamm/Sternefeld: Sprachliches Wissen (Suhrkamp 1987).
Bussmann: Lexikon der Sprachwissenschaft (Kroener 1990).
Newmeyer: Linguistics: The Cambridge Survey (Cambridge University Press1989).

Rooth:

Logik und formale Grundlagen I

Di 14:00 - 15:30 (Raum 13.11)
Do 14:00 - 15:30 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Proseminar
Zielgruppe: Studienanfänger

Dieser Kurs ist eine Einführung in die Grundlagen der Mengenlehre und die Semantik der Aussagen- und Prädikatenlogik, womit die mathematischen Grundlagen bereitgestellt werden, die für eine Vielzahl der Veranstaltungen des Studiengangs unbedingt benötigt werden.

Literatur:

B. Partee, A. ter Meulen, R. Wall: Mathematical Methods in Linguistics .Kluwer 1990.
L.T.F.; Gamut: Logic, Language and Meaning. Vol. I: Introduction toLogic. University of 
Chicago Press 

Junger:

Prolog

Mo 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Zielgruppe: Studienanfänger

Einführung in die Programmierung in Prolog.


Van Genabith/Vogel:

Einführung in die Computerlinguistik

Mo 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)
Mo 14:00 - 15:30 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Proseminar
Voraussetzung: Einführung in die Linguistik, Syntax I, Grundkenntnisse Prolog
Zielgruppe: Drittsemester im Diplomstudiengang Linguistik, Informatiker Nebenfach

Dieser Kurs stellt grundlegende Programmierungsmethoden der Computerlinguistik vor. Als Programmiersprachen werden Prolog und CUF verwendet. Es werden u.a. folgende Bereiche abgedeckt:

  • Unifikationsverfahren (Termunifikation, Graphunifikation)
  • einfacher Interpreter für einen unifikationsbasierten Grammatikformalismus
  • Grundlagen der Grammatikentwicklung in getypten, unifikationsbasierten Grammatikformalismen
  • Parsing (top-down, bottom-up, head-driven, Chart-Parsing)
  • Semantikkonstruktion
  • Generierung

Zum Erhalt eines Scheines ist eigene Programmierarbeit der TeilnehmerInnen notwendig.

Literatur:

Gazdar, Gerald and Mellish, Chris: Natural Language Processing in Prolog. An Introduction to  Computational  Linguistics, Addison-Wesley, 1989.
König, Esther: A Study in Grammar Design, Arbeitspapier Nr.54 des 
Sonderforschungsbereich 340, 1994.
König, Esther and Seiffert, Roland: Prolog and Natural Language Processing, Institut für 
Wissensbasierte System, IBM Deutschland, IWBS Report 209, 1991.
Pereira, Fernando C.N. and Shieber, Stuart M.: Prolog and Natural Language  Analysis, CSLI Lecture 
Notes, 1987.

Jessen:

Einführung in die Phonetik/Phonologie

Di 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)
Do 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Proseminar
Zielgruppe: Drittsemester im Diplomstudiengang Linguistik und Magister Linguistik.

Die Veranstaltung gliedert sich in folgende Abschnitte

  1. Phonetik: In diesem Abschnitt werden die Grundlagen der artikulatorischen,akustischen und perzeptiven Phonetik vermittelt. Weiterhin werden verschiedene Typen von Lauten (Konsonanten, Vokale, Prosodie) vorgestellt, und demonstriert, wie eine phonetische Transkription der Laute mit maschineller Unterstützung (Labeling) durchgeführt wird.
  2. Phonologie: Hier werden solche Aspekte der Phonologie erarbeitet, die Bestandteil jeder Phonologietheorie sind und Grundlagenwissen für computerlinguistische (und andere linguistische) Anwendungen darstellen. Zu solchen Aspekten gehören die Lautopposition, kontextuelle und andere Lautvariation, Neutralisation und die Rolle von Silbe und Betonung.
  3. DiePhonologie-Phonetik Verbindung: Hier werden in kürze solche Ansätze vorgestellt, in denen Phonetik und Phonologie zueinander in eine direkte Beziehung gesetzt werden. Hierzu gehören die klassische Merkmalstheorie sowie das neue Paradigma der "Laboratory Phonology".

Literatur:

Petursson, M. & Neppert, J. 1991. Elementarbuch der Phonetik.Hamburg: Buske. 
[Grundlagentext].
Pompino-Marschall, B. 1995. Einführung in die Phonetik. Berlin:Walter de Gruyter 
(de Gruyter Studienbuch). [optional].
Ramers, K.-H. & Vater, H. 1992. Einführung in die Phonologie. Hürth-Efferen: 
Gabel Verlag. [optional].
Papers in Laboratory Phonology I-III. [optional zur Ansicht in der
uchsammlung des Phonetiklabors].

Jessen:

Grundzüge der deutschen Phonetik und Phonologie

Mi 14:00 - 15:30 (Raum 11.82)

Seminarstufe: Proseminar
Zielgruppe: Germanistikstudenten

Der Kurs wendet sich an Germanistikstudenten, Linguistik- und Computerlinguistikstudenten sollten das Seminar "Einführung in diePhonetik/Phonologie" (s. Seite 4) am IMS besuchen.


Marasek:

Grundlagen der Statistik für Computerlinguisten

Di 11:30 - 13:00 (Phonetiklabor)
Do 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Proseminar

In diesem Seminar werden die methodischen Grundlagen der statistischen Bewertung des Experiments vorgestellt und eingeübt. Die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechung und statistische Folgerungsmethoden werden an mehreren Beispielen vorgeführt. Die praktischen Anwendungen der Methoden werden mit Hilfe des Rechners geübt. Der Schwerpunkt des Seminars liegt in der Vorstellung und Anwendung von statistischen Folgerungen und Klassifikationen für die maschinelle Sprachverarbeitung.

Literatur:

T.Rietveld, R. van Hout: Statistical Techniques for the Study of Languageand Language  Bahaviour, Monton de Gruyter, 1993
Bamberg, Baur: Statistik, Oldenburg.
Urban D., Becker-Richter, Bruns Th.: Systematische Statistik fur die computergestützte  Datenanalyse, Gustav Fischer Verlag, 1992 

Kamp/Zimmermann:

Logik II

Di 11:30 - 13:00 (Raum 13.11)
Fr 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Ausgehend vom Vollständigkeitssatz für die Prädikatenlogik erster Stufe werden wir uns mit einigen zentralen Begriffen (Axiomatisierbarkeit, Kategorizität, elementare Äquivalenz) und grundlegenden Resultaten (Löwenheim-Skolem, Nicht-Standard-Modelle) der Modelltheorie beschäftigen. Die dazu benötigten mengentheoretischen Voraussetzungen (vor allem ordinale und kardinale Arithmetik) werden bei Bedarf bereitgestellt.

Im zweiten Teil des Seminars werden wir die im ersten Teil entwickelten Begriffe und Methoden auf die für die Computerlinguistik besonders einschlägigen Merkmalsstruktursprachen anwenden und so die meta-mathematischen Eigenschaften dieses Teilsystems des Prädikatenkalküls eruieren.

Literatur:

Chang, C. C.; Keisler, H. J. (1973): Model Theory. Amsterdam.
M.E.Johnson: Attribute-Value Logic and the Theory of Grammar. CSLI Lecture Notes 16
G.Smolka: A Feature Logic with Subsorts, LILOG Report 33; IBM Deutschland

Zimmermann:

Semantik II

Mi 9:45 - 11:15 (Raum 13.11)
Do 15:45 - 17:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzung: Semantik I

Die folgenden Themen stehen auf dem Programm:

  1. Eselssätze und Textanaphern
  2. quantifizierende Nominalphrasen
  3. Pluralsemantik

Literatur:

zu 1.:
U. Haas-Spohn: Kontextveränderung. In: A. v. Stechow, D.Wunderlich (eds.): Semantik/Semantics , 
pp. 229-250. (einschlägig:241ff.), de Gruyter 1991
H. Kamp, U. Reyle: From Discourse to Logic. , Kap. 1 & 2., Kluwer1993
zu 2.:
J. van Eijck: Quantification. In: A. v. Stechow, D. Wunderlich(eds.): Semantik/Semantics , 
pp. 459-487, de Gruyter 1991.
F. Hamm: Natürlich-sprachliche Quantoren, Niemeyer 1989
D. Westerstahl: Quantifiers in Formal and Natural Languages. In: D.Gabbay, F. Günthner 
(eds.): Handbook of Philosophical Logic. Vol IV, pp.1-131, Kluwer 1989
zu 3.:
H. Kamp, U. Reyle: From Discourse to Logic., Kap. 4, Kluwer1993
G. Link: Plural. In: A. v. Stechow, D. Wunderlich (eds.):Semantik/Semantics, 
pp. 418-440, de Gruyter 1991 

Kamp/Reyle:

Deduktionssysteme

Do 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzung: Prädikatenlogik, Semantik I

Ein effektives Frage-Antwort-System muß nicht nur die Bedeutung einer Frage repräsentieren und korrekte Antworten aus einer gegebenen Wissensbasis ableiten können. Es muß darüber hinaus in Betracht ziehen, welche Intention hinter der Frage war, um dann eine Antwort geben zu können, die kooperativ und hilfreich ist. Die pragmatische Komponente eines solchen Systems muß deshalb eine Modellierung der kognitiven Zustände der 'Dialogpartner' vorsehen.

Die unterschiedlichen Anforderungen, die diese Sichtweise an Frage-Antwort-Systeme stellt, sind (traditionellerweise) Gegenstand der Forschung verschiedener Wissenschaftsbereiche: Die Linguistik befaßte sich hauptsächlich mit der syntaktischen/semantischen und pragmatischen Analyse von Fragen. Die Modellierung kognitiver Zustände wurde nur in Ausnahmen diskutiert und auch die Frage der Wissensrepräsentation wurde weitgehend ignoriert. Diese Problembereiche liegen im Forschungsinteresse der Künstlichen Intelligenz. Und die Methoden zur Extraktion der für Antworten notwendigen Information (i.e. deduktive Verfahren aber auch Techniken des Information Retrieval) wurden aus der theoretischen Informatik und mathematischen Logik importiert.

Ziel des Seminars soll nun sein, die verschiedenen Aspekte in eine einheitliche Frage-Antwort-Teorie zu integrieren, die all den genannten Anforderungen in gleichem Maße gerecht wird, und somit auch ein adäquateres Verhalten zeigt als die vorliegenden Systeme dies tun.


Dörre:

Parsing I

Di 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)
Fr 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Syntax I, Einführung in die Computerlinguistik

(Themenkatalog abzuholen in Raum 2/8)

In diesem Kurs werden verschiedene Verarbeitungsmechanismen vorgestellt, die bei der Analyse natürlichsprachlicher Eingaben Verwendung finden. Um"ad-hoc"-Lösungen zu vermeiden, wird in der Regel verlangt, daß der Analyse eine Grammatik mit "deklarativer" Semantik zugrundeliegt. Dies kann im einfachsten Fall eine kontextfreie Grammatik sein. Häufig kommen Grammatiken aus einem der zahlreichen "unifikationsbasierten Formalismen" (UG,DCG, LFG, GPSG, HPSG, CUG, UCG,...) zum Einsatz.

Der Kurs befaßt sich mit folgenden Teilgebieten:

  • Parsing-Methoden für kontextfreie Grammatiken: Top-Down-, Bottom-Up-Verfahren mit Backtracking, Chart-Parsing, Tomita
  • Algorithmus, LL(k)-, LR(k)-Verfahren
  • Parsing-Methoden für Unifikationsgrammatiken: Top-Down, Bottom-Up, Left-Corner-Verfahren mit Backtracking, Chart-Parsing, Tomita-Algorithmus
  • Einschränkungen des Grammatikformalismus, die Entscheidbarkeit und effiziente Erarbeitung gewährleisten
  • Schnittstelle zwischen morphologischer und syntaktischer Analyse
  • Robustes Parsen

Literatur: wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben


Merin:

Sprachphilosophie

Mo 11:30 - 13:00 (Raum 13.11)
Di 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar/Proseminar

Einführung in die sprachinformatisch wichtigsten Themen der Philosophie. Zur Anwendung der logischen Sprachanalyse auf traditionelle philosophische Probleme werden wir Beiträge von Frege, Russell und anderen Philosophen kritisch erörtern. Wir fragen dazu auch: Welche Rolle können oder müssen Wahrheit, Gebrauch, Intentionen, Konventionen und Repräsentationen in Bedeutungstheorien spielen? Ziel ist es, die Beziehungen von Sprache, Sprechern und Welt auf eine Weise zu untersuchen, die auch bei der Würdigung und Entwicklung detailbezogener Sprach- und Kommunikationstheorien hilfreich ist.


Reyle/Rossdeutscher:

Semantik/Syntax-Schnittstelle

Fr 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Ziel des Seminars ist es, einen Formalismus zu entwickeln, der es erlaubt, Regeln der Semantikkonstruktion deklarativ und weitgehend unabhängig von Implementierungsaspekten zu formulieren. Festzulegen ist dabei zunächst ein Repertoire elementarer Operationen, mittels derer zwei (oder mehrere) partielle semantische Repräsentationen zu einer verbunden werden. Dann wird anhand einer Reihe von Phänomenklassen) die Frage diskutiert werden, mit welchen syntaktischen Parametern diese Operationen ausgestattet werden müssen, damit syntaktische Restriktionen bei der Konstruktion von semantischen Satzrepräsentationen angemessen berücksichtigt werden können.

Einen weiteren Schwerpunkt werden die Gestaltung der Lexikoneinträge und der semantischen Repräsentationen selbst bilden. Von genuin syntaktischen Fragestellungen wird soweit wie möglich abstrahiert.


Eberle/Kamp:

Dialogsemantik

Di 15:45 - 17:15 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Hauptseminar

Anders als bei narrativen Texten ist bei Dialogen der Rezipient einer Äußerung auch Mitteilender und vice versa. Daraus ergeben sich Konsequenzen für eine auf Dialogphänomene erweiterte Diskursrepräsentationstheorie. Sie muss Repräsentationen für die Dialogpartner, die Redebeiträge und die durch diese Beiträge sich dynamisch verändernden Glaubenszustände der Partner vorsehen und sie muss berücksichtigen, dass die Redebeiträge unterschiedliche Funktionen erfüllen können. Das bedeutet, es müssen Sprechakte klassifiziert werden, im Dialog erkannt und in ihrer Auswirkung auf die je aktualen Glaubenszustände benannt werden. Es ist zu berücksichtigen, dass die Formulierung von Redebeiträgen nicht allein vor dem Hintergrund des Informationsstandes des Sprechers geschieht, sondern den vom Sprecher vermuteten Informationsstand des Hörers berücksichtigt. Unter anderem anhand von Beispielen aus dem VerbMobil-Szenario soll in diesem Zusammenhang untersucht werden, was es bedeutet, über dieselben Objekte zu sprechen, bzw. als Dialogpartner gemeinsame Information oder gemeinsame Dialogziele zu haben, wie dies im Rahmen von DRT formal dargestellt und interpretiert werden kann und welche Zugänglichkeitsrelationen zwischen den verschiedenen Dialogrepräsentationsebenen bestehen.

Literatur: wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


Rohrer/Heid:

Corpusbasierte Wörterbucherstellung und Wörterbuchstrukturierung

Mi 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Vorkenntnisse: Kenntnisse in LFG oder HPSG sind von Vorteil. Einführung in die Benutzung der Corpuswerkzeuge erfolgt zu Beginn desSeminars.

Das Seminar stellt Verfahren der Corpusanalyse für den Wörterbuchaufbau und Methoden der Strukturierung von syntatktischen Verblexika vor (Subkategorisierung). Aus deutschen Zeitungstexten wird mit Hilfe der Corpuserschliessungswerkzeuge des IMS Belegmaterial für die Beschreibung der Subkategorisierungseigenschaften ausgewählter Verben extrahiert.

Im zweiten Teil des Seminars werden Strukturierungsmethoden für Verblexika diskutiert und Beschreibungen nach den Prinzipien der Lexikalisch-Funktionalen Grammatik (LFG) erstellt. Anhand dieses Materials wird überprüft, inwieweit sich Strukturierungsvorschläge für Englisch aus der Literatur (z.B. ACQUILEX) sinnvoll auf das Deutsche anwenden lassen.

Literatur:

Einführende Aufsätze werden ab 20/8/95 im Sekretariat (Fr. Leisner) bereitgelegt. Weiterführende Literatur wird im Seminar angegeben.


Frey/König-Baumer:

Grammatikentwicklung und HPSG

Mo 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Einführung in die Computerlinguistik,Syntaxkenntnisse

Das Seminar soll Methoden der Grammatikimplementierung im Rahmen von unifikationsbasierten Grammatikformalismen und -theorien vermitteln. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der Head Driven Phrase Structure Grammar (HPSG) von Pollard/Sag, 1994, liegen. Dazu wird zuerst der Kern der HPSG eingeführt und die generelle Problematik einer effizienten Implementierung der HPSG-Prinzipien diskutiert.

Anschließend soll weiterführende HPSG-Literatur zur Syntax des Deutschen besprochen werden und sowohl auf ihre Effizienz in Bezug auf die Geschwindigkeit der Grammatikentwicklung (Prägnanz, Lesbarkeit, Erweiterbarkeit der Grammatik) und als auch auf die Laufzeit-Effizienzuntersucht werden. Da in HPSG'en ein Großteil der syntaktischen Information im Lexikon angesiedelt ist, soll besonderes Augenmerk auf eine prägnante Lexikon-Kodierung gelegt werden.

Als Programmiersprache soll CUF verwendet werden. Bei Bedarf kann zu Beginn eine entsprechende Einführung gegeben werden.

Für den Erhalt eines Scheines ist die erfolgreiche Bearbeitung von Programmieraufgaben Voraussetzung.

Vorbereitende Literatur:

Pollard, Carl and Sag, Ivan A.: Head Driven Phrase Structure Grammar,University of Chicago Press, 
Chicago, 1994.
König, Esther: LexGram - a practical categorial grammar formalism.In: Proceedings of the Workshop 
on Computational Logic for Natural LanguageProcessing. A Joint COMPULOGNET/ELSNET/EAGLES Workshop, 
1995, Edinburgh,Scotland.

Frey:

Syntax III: Indefinite Nominalphrasen

Mo 14:00 - 15:30 (Raum 17.54)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzung: Grundkenntnisse in Syntax und Semantik
Zielgruppe: Linguistikstudenten, Germanistikstudenten

Das Seminar beschäftigt sich in erster Linie mit den unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten für indefinite NPs. So wird z.B. in (a)das Subjekt generisch, in (b) existentiell interpretiert:

(a) weil Kinder glücklicherweise auf der Straße spielen

(b) weil glücklicherweise Kinder auf der Straße spielen

Im Seminar sollen hauptsächlich die syntaktischen Bedingungen für die unterschiedlichen Interpretationsoptionen untersucht werden. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum die Syntax für die Lesart indefiniter NPs eine Rolle spielt, um dann eine Erklärung für die beobachteten Regularitäten geben zu können.

Qualifikation: Referat oder Hausarbeit

Literatur:

Diesing, M. (1992): Indefinites, MIT Press, Cambridge, Massachusetts
Kamp, H. & U. Reyle(1993): From Discourse to Logic, Kluwer,Dordrecht, Kap. 1 & 2

Weitere Literatur wird am Anfang des Semesters bekanntgegeben


Rooth:

Semantik III: Quantorenskopus

Do 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar

Neuere Forschungen zu Quantorenskopus konzentrieren sich auf Unterschiede im Skopusverhalten von syntaktisch oder semantisch zu unterscheidenden Klassen von Phrasen und auf Unterschiede von Skopusphänomenen zwischen den verschiedenen Sprachen. Weiterhin wurden skopusähnliche Phänomene wie distributive und kumulative Lesarten untersucht. Diese Ansätze stellen einen erfrischenden Neuansatz nach der sterilen Debatte über Skopingmechanismen dar. Jedoch ist das momentane Bild sowohl theoretisch wie auch empirisch komplex und widersprüchlich.

In dem Kurs soll die fragliche Literatur bearbeitet werden, wobei ein Hauptaugenmerk darauf liegen soll, Klarheit über die empirischen Generalisierungen zu erlangen.


Rohrer:

Implementierung ausgewählter syntaktischer Strukturen des Deutschen

Do 9:45 - 11:15 (Raum 2/17, Azenbergstraße 12)

Seminarstufe: Hauptseminar
Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich primär an Mitglieder des Graduiertenkollegs und Mitarbeiter. Interessierte Studenten mit entsprechenden Vorkenntnissen sind herzlich willkommen.

Den Ausgangspunkt bildet die umfangreiche Lexikalisch-Funktionale Grammatik des Deutschen, die am IMS implementiert wurde. Diese Grammatik soll um einige notorisch schwierige Bereiche erweitert bzw. vertieft werden. Ich denke an Phänomene wie Nominalisierungen, Vergleichskonstruktionen, Reihenfolge der Konstituenten im Nachfeld, Korrelate, etc. Es soll versucht werden, die halbformalen Beschreibungen dieser Phänomene, die in GB oder anderen Theorien vorliegen, soweit zu präzisieren, daß sie implementiert werden können. Falls das nicht möglich ist, sind die Gründe anzugeben, warum eine Implementierung nicht möglich ist. Bei der Beschaffung von Daten soll auf die umfangreichen Korpora des IMS zurückgegriffen werden (in der Hoffnung, daß die Abfragewerkzeuge bis dahin noch effizienter sind).

Informationen erhalten Sie in meiner Sprechstunde oder nach Anfrage über e-mail (Rohrer@ims.uni-stuttgart.de)


Wokurek/Eisele/Christ:

Laborübungen zur maschinellen Sprachverarbeitung

Mi 14:00 - 17:00 (NeXT-Raum, Azenbergstraße 12))

Der praktische Umgang mit dem Computer wird vermittelt. Jedes Thema wird in Kleingruppen (3-4 Personen) an einem Nachmittag (4 Std) bearbeitet. Darüber wird während der Übung ein Labor-Protokoll verfasst.

Themen: Unix, Multimediale Werkzeuge, Sprachaufnahme & Sprachwiedergabe, Sprachsynthese, Spracherkennung, Linguistische Corpora, Corpusabfragewerkzeuge, Signalverarbeitung 


Wokurek:

Sprachsynthese

Di 14:00 - 15:30 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar

Dieses Seminar vermittelt einen Überblick über die Verarbeitungsschritte der 'text-to-speech'-Sprachsynthese.

Themenschwerpunkte:

  • Einsatz von DELTA und des KLATT-Synthesizers
  • Zeitbereichssynthese mit PSOLA

 


Regel-Brietzmann:

Spracherkennung III: Automatische Spracherkennung

Do 15:45 - 17:15 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Grundlagen der Hidden-Markov-Modelle. Falls diese Grundlagen nicht vorhanden sind, ist ein erhöhter Arbeitsaufwand notwendig.

Die Vorlesung teilt sich in zwei parallele Zweige. Der erste Zweig gibt einen Überblick über Neuronale Netze in der automatischen Spracherkennung. Hierzu sind keine Übungen vorgesehen.

Der zweite Zweig beinhaltet eine Übung am Rechner, bei der in mehreren Aufgaben ein fortschritlicher Erkenner mit HTK-Toolkit (Hidden-Markov-Modelle) erarbeitet werden soll. Mögliche Themen sind:

  • Prosodische Merkmale zur Unterstützung der Erkennungsleistung
  • Optimale Wortuntereinheien
  • Aussprachevarianten
  • Demosystem

Kolloquien

Institutskolloquium

Mi 17:30 - 20:30 (Raum 17.91) 


Rooth:

Doktorandenkolloquium

Do 15:45 - 17:15 (Raum 3/24, Azenbergstraße 12)


Kamp/Rohrer

Doktorandenkolloquium

Mo 15:45 - 17:15 (Herdweg 112)