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Kommentiertes Verzeichnis der Lehrveranstaltungen im Sommersemester 1996

(Stand: 13.02.1996)

Beginn der Lehrveranstaltungen: Montag, 15.04.1996



Inhalt:


Rooth:

Mathematische Grundlagen II: Einführung in die Prädikatenlogik

Do 11:30 - 13:00 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Proseminar
Dies ist die direkte Fortsetzung des Kurses Mathematische Grundlagen, wo bereits in die Semantik von Aussagen- und Prädikatenlogik eingeführt wurde. Jetzt geht es zunächst um den Beweisbegriff und seine wichtigsten Eigenschaften. Danach werden wir uns anderen mathematischen Hilfsmitteln aus der Algebra zuwenden.

Literatur:

B. Partee, A. ter Meulen, R. Wall: Mathematical Methods in Linguistics (Kluwer 1990).


Zimmermann:

Semantik I

Do 15:45 - 17:15 (Raum 12.12; 1. Stock)
Fr 9:45 - 11.15 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Proseminar
Als Einstieg in die Bedeutungsanalyse dient die (statische) Montague-Semantik, eine Methode zur informationsbasierten logischen Analyse einfacher Sätze. Die folgenden Phänomene werden (zumindest teilweise) abgedeckt:
  • quantifizierende Nominalphrasen (wie "jedes Kind")
  • Koordination (wie in "eine Frau, aber kein Mann")
  • Einstellungsverben (wie "versuchen")
Die Analysen werden mit Hilfe zweier alternativer Techniken erarbeitet: direkte Deutung (die etwa 2/3 des Kurses einnimmt) vs. indirekte Deutung (=letztes Drittel). Der Unterschied besteht in der Verwendung der logischen Notation: bei der direkten Deutung werden Bedeutungen in einer mengentheoretischen Metasprache dargestellt, bei der indirekten Deutung wird ein Übersetzungsalgorithmus angegeben, der natürlichsprachliche Strukturen in logische Formeln überführt (die selbst wieder in der Metasprache gedeutet werden).


König/Vogel:

Einführung in die Computerlinguistik

Mo 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)
Mo 14:00 - 15:30 (Raum 12.21), Übungen

Seminarstufe: Proseminar
Voraussetzung: Einführung in die Linguistik, Grundkenntnisse Prolog
Zielgruppe: Zweitsemester im Diplomstudiengang Linguistik, Informatiker Nebenfach

Dieser Kurs stellt grundlegende Programmierungsmethoden der Computerlinguistik vor. Als Programmiersprachen werden Prolog und CUF verwendet. Es werden u.a.folgende Bereiche abgedeckt:
  • Grundlagen der Grammatikentwicklung
  • Verarbeitungsmechanismen für getypte, unifikationsbasierte Grammatikformalismen (Unifikation, Parsing, Generierung, ...)
  • Semantikkonstruktion

 

Zum Erhalt eines Scheines ist eigene Programmierarbeit der TeilnehmerInnen notwendig.

 


Literatur:
Gazdar, Gerald and Mellish, Chris: Natural Language Processing in Prolog. AnIntroduction to Computational 
Linguistics, Addison-Wesley, 1989.
König, Esther: A CUF Tutorial.
König, Esther: LexGram - a practical categorial grammar formalism. In: Proceedings of the Workshop on 
Computational Logic for Natural Language Processing. A Joint COMPULOGNET/ ELSNET/EAGLES Workshop, 
1995, Edinburgh,Scotland.
Pereira, Fernando C.N. and Shieber, Stuart M.: Prolog and Natural Language Analysis, CSLI Lecture 
Notes, 1987.


Rohrer/Fortmann

SyntaxI: Lexical Functional Grammar (LFG)

Mo 9:45 - 11:15 (Raum 12.21), Übungen
Do 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Proseminar
Das Seminar bietet eine Einführung in die LFG. Im Seminar sollen der Formalismus der LFG, ihre Repräsentationen und Regeln erarbeitet werden. Als Arbeitsgrundlage wird eine Einführung von Joan Bresnan verwendet. Daneben werden Grundstrukturen der Syntax des Deutschen anhand des "Seminarskripts Grammatische Analyse" erarbeitet. Beide Texte stehen zu Beginn des Seminars zur Verfügung.

Literatur:
Wöllstein-Leisten, A., A. Heilmann, P. Stepan, S. Vikner: Seminarskript zum Proseminar Grammatische Analyse.


Bäuerle:

Syntax II

Di 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)
Do 14:00 - 15:30 (Raum 13.11), Übungen

Seminarstufe: Proseminar
Der Inhalt des Seminars wird zu einem späteren Zeitpunkt durch einen Aushang bekanntgegeben.


Marasek/Eisele:

Grundlagen der Statistik für Computerlinguisten

Mo 11:30 - 13:00 (Phonetiklabor)
Do 11:30 - 13:00 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Proseminar
Das Seminar führt in Grundbegriffe der Wahrscheinlichkeitstheorie, der Statistik und der Informationstheorie ein. Die methodische Grundlagen zur statistischen Bewertung von Experimenten werden vorgestellt und anhand von Beispielen mit Hilfe des Rechners eingeübt. Der Schwerpunkt des Seminars liegt in der Vorstellung und Anwendung von statistischen Folgerungen und Klassifikationen für die maschinelle Sprachverarbeitung.

Literatur:
Ulrich Krengel: Einführung in die Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik, Vieweg, 1991.
T.Rietveld, R. van Hout: Statistical Techniques for the Study of Language and Language Behaviour, 
Mouton de Gruyter, 1993
Bamberg, Baur: Statistik, Oldenburg.
Urban D., Becker-Richter, Bruns Th.: Systematische Statistik für die computergestützte Datenanalyse, 
Gustav Fischer Verlag, 1992


Jessen:

Morphologie

Mi 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Proseminar
Anhand von zahlreichen Beispielen wird aufgezeigt, daß Eins-zu-Eins Beziehungen zwischen Form und Bedeutung sowie eine einfache Segmentierbarkeit von Wörtern in Morpheme vor allem in der Morphologie einer Sprache wie dem Deutschen eher die Ausnahme als die Regel darstellen. Dabei lernen wir u.a. die Phänomene Allomorphie (phonologisch oder morphologisch/lexikalisch konditioniert), 'schwebende Morpheme' (z.B. Umlaut), Kumulation, Synchretismusetc. kennen und betrachten deren Interaktion in morphologischen Paradigmen wie der deutschen Nominalflexion.
Behandelt wird auch der Unterschied zwischen Wortbildung und Flexion sowie die Definition des Wortbegriffs. Zur theoretischen Erfassung der morphologischen Phänomene werden sowohl Modelle aus dem Bereich der generativen Linguistik als auch der funktional-typologischen Linguistik herangezogen. Es werden ausgewählte Beispiele aus dem Deutschen ausführlich behandelt und Möglichkeiten der computerlinguistischen Erfassung diskutiert.

Literatur:

Bybee, J. 1985. Morphology. A study of the relation between meaning and form. Amsterdam: Benjamins.
Spencer, A. 1991. Morphological Theory. An introduction to word structure in generative grammar. Oxford UK & 
Cambridge US: Blackwell. 
Weitere Literatur, besonders zum Deutschen, wird bekanntgegeben.


Wokureku. a.:

Softwarelabor II

Mi 14:00 - 17:15 (NeXT-Pool und Phonetiklabor)

Seminarstufe: Proseminar
Lernziel ist die praktische Verwendung des Computers in den Gebieten Akustische Phonetik, Phonologie und Linguistik.
Hier die Titel der sieben Übungen:
  • Einführung in UNIX
  • Aufnahme von Sprachsignalen
  • Sprachanalyse und Sprachsynthese
  • Automatische Spracherkennung
  • Multimediale Präsentation
  • Corpuserschließung I
  • Corpuserschließung II
Die UNIX-Übung ist Grundlage aller folgenden. Diese sind in Themenblöcke gegliedert, deren Reihenfolge weitgehend unabhängig ist. Der erste Themenblock betrifft akustisch-phonetische und Signalverarbeitungsaspekte. Der zweite Themenblock Präsentationstechnik besteht nur aus einer Übung, die im wesentlichen die Verwendung des Computers zur Erstellung von OH-Folien für einen Kurzvortrag zeigt. Der dritte Themenblock Corpora zeigt die Werkzeuge zur Erstellung und zur Abfrage von Textkorpora.


Christ

Einführung in die Verwendung und die Anwendungsmöglichkeiten der Standard Generalized Markup Language (SGML, ISO 8879)

Di 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Zielgruppe: ComputerlinguistInnen, InformatikerInnen
Voraussetzungen: keine
Schein/Prüfung: ein benoteter Schein kann durch eine schriftliche Prüfung am Ende der Veranstaltung erworben werden.

In der angewandten Computerlinguistik hat man es mit Dokumenten oder strukturierten Texten unterschiedlichen "Typs" zu tun (z.B. Wörterbücher, Grammatiken, Corpora, Diplomarbeiten, ...). Diese Dokumente unterliegen in der Regel einer bestimmten "logischen Struktur": ein Kapitel einer Diplomarbeit besteht z.B. in der Regel aus einer Reihe von Abschnitten, die wiederum aus einer Reihe von Absätzen bestehen, usw...Für die Verarbeitung eines Dokuments, z.B. durch Computersatzprogramme, Information-Retrieval-Anwendungen, Text-to-Speech-Systeme etc. und den Austausch von Dokumenten zwischen verschiedenen "Benutzern" ist es wichtig, daß die einzelnen Teile des Dokuments hinsichtlich ihrer Bedeutung explizit markiert sind (z.B. die Auszeichnung des Autors oder einer Kapitelüberschrift).
SGML ist ein internationaler Standard für die explizite Auszeichnung von Dokumenten. SGML regelt diese Auszeichnung ("Markup") und definiert logische Struktur eines Dokumentes formal durch eine sog. Document Type Definition, "DTD". Das wohl inzwischen am besten bekannte Beispiel für SGML ist HTML, die Hypertext Markup Language, die im World Wide Web zum Austausch von Dokumenten verwendet wird.
Die Veranstaltung macht die TeilnehmerInnen mit SGML und dessen Konzepten vertraut. Ferner soll darauf eingegangen werden, inwiefern SGML für die angewandte Computerlinguistik relevant ist. Wir werden mehrere Beispiele für die Möglichkeiten (und Grenzen) von SGML kennenlernen und mit den am IMS vorhandenen Werkzeugen zur Verarbeitung von SGML-Dokumenten arbeiten. Ein weiteres Ziel ist es, gemeinsam DTDs für verschiedene Dokumenttypen (z.B. EMail, Wörterbucheintrag, LFG-Lexikoneintrag, Typed Feature Struktur, ...) zu entwickeln und einzusetzen. Ferner soll auf die Arbeiten der "Text Encoding Initiative" eingegangen werden, die auf der Basis von SGML verschiedene konkrete DTDs für unterschiedliche Dokumenttypen entwickelt hat.

Literatur: Seminarunterlagen und versch. elektronisch verfügbare Dokumente, wird zum Beginn der Veranstaltung bekanntgegeben bzw. zur Verfügung gestellt.


Dogil/Marasek:

Spracherkennung I: Registrieren und Interpretieren von Sprachschall

Mo 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor)
Do 9:45 - 11:15 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzung: Einführung in die Phonetik/Phonologie
In dem Seminar werden die Methoden der akustischen Analyse vermittelt. Die gängigen Methoden der Sprachaufzeichnung und Sprachanalyse werden mit Hilfe der am Institut vorhandenen Rechner eingeübt.

Literatur:

Neppert & Petursson, 1986, Elemente einer akustischen Phonetik, Buske Verlag: Hamburg.
Cooke, Beet & Crawford, 1993, Visual representations of speech signals, Wiley: Chichester.
Oppenheim, Scafer, 1975, Digital signal processing, Prentice Hall Int., London.


Dogil:

Diskursprosodie

Mo 14:00 - 15:30 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzung: abgeschlossenes Grundstudium, Teilnahme an Phonetik/Phonologie und Spracherkennung I oder Sprachsynthese

Thema des Seminars ist die Analyse prosodischer Korrelate von (lokalen undglobalen) Diskursstrukturen. Untersucht werden prosodische Phänomene wie Pitchakzente, Phrasengrenztöne, Pausen, Längung von Segmenten vor Phrasengrenzen, Registermerkmale etc. im Hinblick auf ihre phonologische Modellierung und Repräsentation, ihre phonetische Realisierung und ihre Rolle bei der semantischen Interpretation von Diskursen.
Das Seminar wird sowohl aus theoretischen als auch aus praktischen Teilen bestehen. In den praktischen Teilen sollen die folgenden Methoden demonstriert und geübt werden: Untersuchung von prosodischen Phänomenen mit dem Softwarepaket ESPS/waves, Resythese von Äußerungen mit veränderten prosodischen Parametern und automatische Erkennung von prosodischen Parametern.


Jessen:

Spracherkennung II: Menschliche Sprachwahrnehmung

Do 14:00 - 15:30 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzung: Einführung in die Phonetik/Phonologie; Spracherkennung I; Experimentelle Phonetik I

Dieses Seminar führt in die Grundlagen der Sprachwahrnehmungsforschung und ihrer wichtigsten Resultate ein. Es werden drei Aspekte behandelt.
  • der methodische Aspekt: Techniken zur Erstellung von Stimuli für Sprachwahrnehmungsexperimente. Hierunter fallen einfache Schneidetechniken am Zeitsignal, PSOLA-Resynthese und Formantensynthese (letzteres nur kurz, denn es war auch Gegenstand des Seminars über Sprachsynthese im WS 95/96; Teilnahme an diesem Seminar ist eine sinnvolle aber keine notwendige Voraussetzung). Die weiteren Schritte, welche die Stimulusdarbietung, Registrierung von Antworten etc. betrifft, werden ebenfalls behandelt und praktisch illustriert.
  • der theoretische Aspekt: Einführung in die wichtigsten Theorien und Paradigmen der Sprachwahrnehmungsforschung. Eine sehr wichtige Rolle wird die kategorielle Wahrnehmung einnehmen, aber auch andere Theorien/Paradigmen werden behandelt.
  • der inhaltliche Aspekt: Hier werden zum einen die bekanntesten Ergebnisse aus der Literatur (zumeist für das Englische) vorgestellt. Dabei werden sowohl segmentale als auch prosodische Phänomene behandelt. Außerdem werden Experimente zum Deutschen durchgeführt, an denen die Teilnehmer sowohl als Gestalter des Experiments als auch als Versuchspersonen in Erscheinung treten.

Literatur:
Ein Lehrbuch von John Ryalls ist angekündigt und wird wahrscheinlich bis zum Semesterbeginn vorliegen. Wird Literatur zur Vorbereitung gewünscht, so kann der Veranstalter konsultiert werden.


Wokurek:

Programmieren von Signalverarbeitungsalgorithmen in C

Di 15:45 - 17:15 (Phonetiklabor)

Dieses Seminar ist ein Grundkurs für die Programmiersprache C. Alle Sprachelemente von C werden aus der Sicht der Programmierung von Algorithmen der digitalen (d.h. zeitdiskreten) Signalverarbeitung dargestellt. Nach dieser Einführung in C werden die elementaren Signalverarbeitungsalgorithmen: FIR-Filter, IIR-Filter und FFT (radix 2) vorgestellt und von den Studenten als Seminararbeit programmiert.


Wokurek:

Signalanalyse und Signalverarbeitung

Di 14:00 - 15:30 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar
Diese Vorlesung vermittelt die signal- und systemtheoretischen Grundlagen der Analyse und Verarbeitung von Sprachsignalen für Linguisten und Computerlinguisten.
Die Signal- und Systemtheorie wird anschaulich dargestellt und durch Computerexperimente und Hörproben ergänzt. Zur Signalanalyse werden Verfahren im Zeitbereich, im Frequenzbereich und im kombinierten Zeit-Frequenzbereich vorgestellt.

Themen:
  • Signale,
  • Abtastwerte,
  • Modelle (deterministisch, stochastisch)
  • Filter (lineare, zeitinvariante Systeme),
  • Spektralanalyse (Fouriertransformation),
  • Quelle-Filter Modell für Sprache,
  • lineare Prädiktion (LPC),
  • Spektrogramm (Sonagramm),
  • Wignerverteilung,
  • Wavelets


Dogil/Mayer:

Sprache und Gehirn

Fr 15:30 - 17:00(!) (Raum 13.11)

Die Vorlesung beschäftigt sich mit den Grundlagen des menschlichen Sprachvermögens und seiner Repräsentation im Gehirn. Zunächst wird die Problematik der Sprachfähigkeit von Gesunden thematisiert, um danach an Beispielen von neurogenen Störungen der Sprache und des Sprechens vertieft zu werden. Einzelne Themen sind:
  • Evolution des Gehirns und Evolution der Sprache
  • Sprache und andere kortikale Funktionen
  • Lokalisierung der Sprache im Gehirn
  • Sprach- und Sprechstörungen: Aphasien, Dysarthrien, Sprechapraxie, Worttaubheit.
Literatur:

Caplan, D.1987. Neurolinguistics and linguistic aphasiology. Cambridge University Press


Regel-Brietzmann:

Spracherkennung III: Automatische Spracherkennung

Do 15:45 - 17:15 (Phonetiklabor)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Grundlagen der Hidden-Markov-Modelle. Falls diese Grundlagen nicht vorhanden sind, ist ein erhöhter Arbeitsaufwand nötig.

Die Vorlesung teilt sich in zwei parallele Zweige. Der erste Zweig gibt einen Überblick über Neuronale Netze in der Automatischen Spracherkennung. Hierzu sind keine Übungen vorgesehen.
Der zweite Zweig beinhaltet eine Übung am Rechner, bei der in mehreren Aufgaben ein fortschrittlicher Erkenner mit HTK-Toolkit (Hidden-Markov-Modelle) erarbeitet werden soll. Mögliche Themen sind:
  • Prosodische Merkmale zur Unterstützung der Erkennungsleistung
  • Optimale Wortuntereinheiten
  • Aussprachevarianten
  • Demosystem


Eisele/Dörre:

Formale Sprachen

Di 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)
Mi 15:45 - 17:15 (Raum 12.21), Übungen

Seminarstufe: Hauptseminar
Die Vorlesung führt in Grundbegriffe der Theorie formaler Sprachen ein. Es werden folgende Themengebiete abgedeckt:
  • Reguläre Sprachen, ihre Beschreibungen und Eigenschaften:
    reguläre Ausdrücke, deterministische und andere finite Automaten, reguläre Grammatiken, Minimierung endlicher Automaten, Abgeschlossenheit, finite Übersetzer (transducers)
  • Kontextfreie (kf.) Sprachen, Grammatiken und ihre Eigenschaften:
    Normalformen, Erkennung durch Kellerautomaten, andere Parsingalgorithmen, Sätze über kf. und Beispiele nicht-kf. Sprachen
  • Turing-Maschinen und allgemeine Berechenbarkeit
Empfohlene Literatur:

J. Hopcroft, J. Ullman.: Introduction to Automata Theory, Languages, and Computation; Addison-Wesley, 
Reading (Mass.), 1979
bzw. J. Hopcroft, J. Ullman. (dt. Ausgabe): Einführung in die Automatentheorie, Formale Sprachen und 
Komplexitätstheorie; Addison-Wesley, Bonn 1988


Rooth/Dörre:

Parsing II

Mi 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Das Seminar vertieft die im HS Parsing I behandelten Themen vor allem in Hinblick auf die Frage, wie sich die jeweiligen Methoden praktisch anwenden lassen. Folgende Aspekte sollen näher untersucht werden:
  • Betrachtungen zur Effizienz von Parsingverfahren
  • Robustes Parsing
  • Probabilistische Modelle
  • Corpora-basierte Methoden und partielles Parsing
  • Schnittstellen zwischen Parser und Spracherkennung
Je nach Zeit und Interesse können auch Themen aus den Bereichen "Parsing mit neuronalen Netzen'' oder "Induktion von Grammatiken aus Beispieltexten'' behandelt werden.


Rohrer/Heid:

MÜ I: Maschinelle Übersetzung Deutsch-Französisch / Deutsch-Italienisch

Fr 9:45 - 11:15 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Seminar Syntax; Vorkenntnisse in Formalismen oder formalen Grammatiken sind nicht zwingend erforderlich

Das Seminar führt in die Grundprobleme der maschinellen Übersetzung ein; anhand von Beispielen zur Übersetzung zwischen Deutsch und Französisch/Italienisch aus Zeitungstexten und aus Fachtexten werden Verfahren und Informationsquellen (Lexika, Grammatiken) neuerer MÜ-Systeme vorgestellt und diskutiert.
Der Schwerpunkt des Seminars liegt nicht auf technischen Aspekten, sondern auf Fragen der Architektur von MÜ-Systemen und auf einer detaillierten Analyse kontrastiver Probleme zwischen Deutsch und den romanischen Sprachen. Außerdem werden Beispiele zur Übersetzung Deutsch-Englisch diskutiert: am IMS steht auch ein System für dieses Sprachpaar zur Verfügung, welches für Demonstrationszwecke verwendet werden kann.

Literatur: Wird in der ersten Sitzung angegeben und z.T. in Photokopie ausgeteilt.


Wedekind/Heid:

MÜ II: LFG-basierte Maschinelle Übersetzung

Do 9:45 - 11:15 (Raum 13.11)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Seminar über Syntax. LFG-Kenntnisse werden vermittelt, Seminar baut z. T. auf Seminar "LFG-basierte MÜ" vom SS 95 auf

In dem Seminar sollen die wichtigsten Grundkonzepte der LFG (Lexikalisch Funktionale Grammatik) und ein Transferansatz auf der Grundlage von Projektionen eingeführt und diskutiert werden. Auf dieser Basis werden Beispiele für die Übersetzung zwischen Deutsch und Englisch durchgearbeitet. Teile des Beispielmaterials stammen aus Fachtexten, die derzeit in einem Projekt zu parallelen LFG-Grammatiken bearbeitet werden.
Behandelt werden der Aufbau von c- und f-Strukturen, lexikalische Information für LFG, Transferprojektionen, Behandlung von lexikalischen und strukturellen Übersetzungsproblemen.
Die Teilnehmer sollen nach Ende des Kurses in der Lage sein, kontrastive Beschreibungen für den Transfer selbst zu erstellen.
Die einzelsprachlichen Beschreibungen, die im Seminar diskutiert bzw. neu erstellt werden, können anhand des Grammar Writer's Workbench Systems überprüft werden.

Literatur:
eine Literaturliste wird zu Beginn des Seminars ausgegeben;
Überblicksartikel zur Vorbereitung (vor Semesterbeginn zu lesen!) sind ab 14.2.95 im Sekretariat (Fr. Leisner) erhältlich


Steedman:

Syntax III: Categorial grammar, Coordination and Intonation

Blockseminar (Juni 1996)

Seminarstufe: Hauptseminar
Categorial grammar is a formalism with applications in both natural language syntax and semantics. Mathematically, it is based on applicative systems, which are calculi defining notions such as function application, composition, and abstraction. In linguistics, these tools have been used to provide a clean and expressive characterization of the syntax-semantics interface, and are the basis for a number of innovative analyses of syntactic phenoma. The most famous of these is the exploitation of function composition in formalizing wh-movement. Recent empirical work has focused on areas where the non-standard constituent structures which can be derived in categorial grammar have a direct reflection in the surface substance of language -- in particular coordination and intonational phrasing.
Professor Steedman (visiting from the University of Pennsylvania) will give a series of lectures based on a book manuscript.

Interested students should contact professor Mats Rooth.


Kiss:

Die Syntax-Semantik-Schnittstelle in der HPSG

Do 14:00 - 17:15, 14-tägig (Raum 13.11)

Voraussetzungen: Kenntnisse in Syntax und Semantik, generelles Verständnis der syntaktischen Komponente der HPSG, Kenntnis der relevanten Teile aus Pollard/Sag (1994, Kap. 1, 3, 4, 5) (s.u.).

Gegenstand des Seminars soll die Beziehung zwischen der Syntax und der semantischen Komponente der HPSG sein. Wir beginnen mit der Diskussion der Quantifikation und ihre Reflexe für die Nominalphrasenstruktur im Ansatz von Pollard/Sag (1994) und verdeutlichen die Abhängigkeit der Syntax von der Semantik anhand der Analyse des Relativsatzes in Pollard/Sag (1994) und Sag(1995). Ein weiterer empirischer Schwerpunkt liegt in der Behandlung von adverbialen und modalen Operatoren sowie in der Analyse von Fragen.
Ein wesentliches Problem der semantischen Komponente der HPSG in Pollard/Sag(1994) ergibt sich aus der Tatsache, daß die dort gewählte situationssemantische Repräsentation ein uninterpretiertes System ist und damit fundamentalen Anforderungen an eine kompositionelle Semantik nicht entspricht. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, daß zwar eine Repräsentation für nominale Referenten vorliegt, aber beispielsweise auf Ereignisse nicht in derselben Art referiert werden kann.
In der zweiten Hälfte des Seminars stelle ich eine alternative semantische Komponente der HPSG vor, die HMRS (Heidelberg Minimal Recursion Semantics) (vgl. Egg/Lebeth 1995), die diesen Kritikpunkten entgeht und darüber hinaus interessante Analysen anzubieten vermag.

Literatur:

Egg, M./K. Lebeth (1995): Semantic Underspecification and Modifier-Attachment Ambiguities. In: Kilbury, J./R. Wiese 
(Hrsg.): Integrative Ansätze in der Computerlinguistik. Düsseldorf. S. 19-24.
Pollard, C./I.A. Sag (1994): Head-driven Phrase Structure Grammar. Chicago:University of Chicago Press.
Sag, I.A. (1995): English WH-Relatives. Ms. CSLI, Stanford. [über(http://www.ling.ohio-state.edu) erhältlich]
Weitere Literatur wird im Seminar verteilt.


Zimmermann:

Logik III: Modallogik

Fr 14:00 - 15:30 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Dies ist eine Einführung in die klassische Modallogik (= die Logik von Möglichkeit und Notwendigkeit) und verwandte Systeme.
Geplante Themen:
  • Lewis-Systeme,
  • Kripke-Semantik,
  • Korrespondenztheorie,
  • höherstufige Modallogik,
  • Zeitlogik, ausgewählte Anwendungen.
Literatur zur Orientierung:

R. Bull & K. Segerberg: Basic Modal Logic. In: D. Gabbay, F. Günthner(eds.): Handbook of Philosophical Logic. Vol. II. 
Kluwer 1984: 1-88.


Reyle:

Semantik III: Ein Kompendium der DRT

Di 9:45 - 11:15 (Raum 13.11)
Fr 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)

Seminarstufe: Hauptseminar
Voraussetzungen: Semantik I, Prädikatenlogik

Anhand des ersten Bandes von 'From Discourse to Logic' wird zunächst eine Einführung in die Diskursrepräsentationstheorie gegeben (Kap. 1 und 2) und darauf aufbauend die DR-theoretische Behandlung von Plural und Tempus vorgestellt (Kap. 3 und 4). Dann werden einige der für den zweiten Band geplanten Themenbereiche durchgenommen:
  • Lexikalische Semantik,
  • Präsuppositionen, Intensionalität,
  • Propositionale Einstellungen,
  • Deduktionen und Dialoge.
Literatur:

Kamp, H. / Reyle, U. (1993): From Discourse to Logic, Vol. I, Kluwer, Dordrecht
Kamp, H. / Reyle, U. (1996): From Discourse to Logic, Vol. II, ms.Stuttgart

Institutskolloquium

Mi 11:30 - 13:00 (Raum 12.21)


Dogil:

Kolloquium für Examenskandidaten

Mo 11:30 - 13:00 (Phonetiklabor)


Rooth:

Kolloquium für Doktoranden

Mi 13:00 - 14:30 (Raum 3/24,)


Zimmermann:

Logisch-semantisches Kolloquium

Fr 11:15 -13:00 (Raum 13.11)

as Kolloquium soll Gelegenheit geben, laufende Studienarbeiten, Diplomarbeiten und Dissertationen zur Logik und Semantik zu diskutieren. Um Voranmeldung während der Semesterferien wird gebeten.