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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis SS 00

Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung

(zum Inhaltsverzeichnis)


1) PS 4: Logik und Formale Grundlagen II

Kamp / Di 14.00 - 15.30, 12.21 ; Do 14.00 - 15.30, 13.11

Schwerpunkte des Seminars bilden (i) die Besprechung von formalen Beweiskalkülen der Prädikatenlogik, und (ii) eine Einführung in die Wahrscheinlickkeitstheorie. Zuletzt werden nicht-monotone Inferenzverfahren besprochen.


2) PS 4: Einführung in die Computerlinguistik

Reyle / Fr 9:45 - 11:15, Mo 11:30 - 13:00 / 13.11

Die Computerlinguistik beschäftigt sich mit Verarbeitungsmechanismen natürlicher Sprache. Ihr Ziel ist die Modellierung von Sprachverstehen auf dem Rechner. Hierzu werden für jede Analyse- und Repräsentationsebene (Phonetik/Phonologie, Morphologie, Lexikon, Syntax, Semantik, Pragmatik/Weltwissen) Module implementiert, die auf Theorien der theoretischen Linguistik, der künstlichen Intelligenz und Wahrscheinlichkeitstheorie basieren. Ein zentrales Problem der Computerlinguistik ist dabei die Kommunikation der verschiedenen Module untereinander.

Der Kurs gibt einen Überblick über einige dieser Module und zielt darauf hin, ein kleines System zu implementieren, das Sätze analysieren, in semantische Repräsentationen überführen und aus diesen gewisse Schlüsse ziehen kann.

Voraussetzungen: Prolog

Literatur: Wird bekannt gegeben.


3) PS 4 : Syntax I

Rohrer / Fortmann / Mo 9.45 - 11.15, Do 15.45 - 17.15 / 13.11

Das Seminar bietet eine Einführung in die LFG.Es sollen der Formalismus der LFG, ihre Repräsentationen und Regeln
erarbeitet werden. Daneben werden die Besonderheiten der Syntax des Deutschen erarbeitet. Textgrundlage ist das Seminarskript ``Deutsche Satzstruktur''. 

Literatur:

Wöllstein-Leisten, A.; Heilmann, A.; Stepan, P.; Vikner, S.: Deutsche Satzstruktur : Grundlagen der syntaktischen Analyse, 
Tübingen: Stauffenburg, 1997. 

4) PS 4: Statistische Methoden

Wokurek / Mo, Do 9:45 - 11.15 / 3.11

Zielgruppe: Diplomstudium Computerlinguistik

Voraussetzung: Formale Grundlagen der CL

Das Seminar führt in Grundbegriffe der Wahrscheinlichkeitstheorie, der Statistik und der Informationstheorie ein. Die methodische Grundlagen zur statistischen Bewertung von Experimenten werden vorgestellt und anhand von Beispielen mit Hilfe des Rechners eingeübt. Der Schwerpunkt des Seminars liegt in der Vorstellung und Anwendung von statistischen Folgerungen und Klassifikationen fur die maschinelle Sprachverarbeitung.

Literatur:

Skriptum
Sam Kash Kachigan, "Statistical Analysis; An Interdisciplinary Introduction to Univariate & Multivariate Methods", 
Radius Press, New York, 1986

5) PS 2: Einführung in die Morphologie

Lüdeling / Mi 15.45 - 17.15 / 12.21

Kursbeschreibung:
Die Morphologie hat einerseits eigene Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien, weshalb sie oft als ein eigenes "Modul" innerhalb einer Grammatiktheorie angesehen wird. Andererseits können viele morphologische Prozesse nicht unabhängig von phonologischer, lexikalisch-semantischer und/oder syntaktischer Information betrachtet werden. Zunächst werden morphologische Grundbegriffe wie Morphem, Allomorphie, Derivation, Komposition etc. vermittelt. Dann werden anhand ausgewählter Flexions- und Wortbildungsphänomene die Abhängigkeiten von Morphologie und Syntax sowie von Morphologie und lexikalischer Semantik betrachtet.

Daneben ist die Morphologie für viele computerlinguistische Anwendungen Voraussetzung. Neben morphologischen Problemen der theoretischen Linguistik sollen deswegen auch computerlinguistische Ansätze und Modelle vorgestellt werden. Dies wird auf der theoretischen Seite die Two-Level-Morphologie sein, auf der praktischen Seite die am IMS entwickelte Morphologiedatenbank. Praktische Übungen mithilfe dieser Werkzeuge vertiefen die theoretischen Grundlagen.

Voraussetzung:  Einführung in die Sprachwissenschaft

Leistungsnachweis: Übungsaufgaben

Literatur:

Bauer, Laurie (1988): Introducing Linguistic Morphology. Edinburgh University Press, Edinburgh
Einige Kapitel aus: 
Spencer, A. (1991): Morphological Theory. An Introduction to Word Structure in Generative Grammar. Blackwell, 
Oxford
Fleischer, W. und Barz, I. (1992): Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. Max Niemeyer Verlag, Tübingen
und weitere Artikel, die während des Semesters verteilt werden

Homepage des Kurses


6) PS 4: Softwarelabor II

Wokurek / Schmid / Mo 14:00 - 17:15, Do 14:00 - 17:15 / 3.38 und 3.11

Zielgruppe: Diplomstudium Computerlinguistik; Alternative
Studiengestaltung: "technisches Fach" Diese Laborübung wird Studenten geisteswissenschaftlicher Studiengänge als Ergänzungslehrveranstaltung aus dem ingenieurwissenschaftlichen Bereich empfohlen.

Voraussetzung: Softwarelabor I

Dieses Labor führt in die praktische Verwendung des Computers in den  Gebieten Akustische Phonetik, Phonologie und Linguistik ein.

  • Sprachanalyse und Sprachsynthese
  • Automatische Spracherkennung
  • Multimediale Präsentation
  • Corpuserschließung I
  • Corpuserschließung II
  • Parsing I
  • Parsing II

Der erste Themenblock gibt eine Einführung in die akustische, phonetische und signaltechnische Aspekte der Sprachverarbeitung.  Daneben wird auch die Computergestützte Vorbereitung von Vortragsfolien geübt.
Der zweite Themenblock Corpora zeigt die Verwendung der wichtigsten Werkzeuge zur Erstellung und zur Abfrage von Textkorpora. Im dritten Block werden Programme zur syntaktischen Analyse von Texten vorgestellt.

Leistungsnachweis: Übungsprotokolle

Literatur: Skripten


7) HS 4: Spracherkennung I

Dogil / Di, Do 8.00 - 9.30 / 3.11

Voraussetzung: Einführung in die Phonetik/Phonologie

In dem Seminar werden die Methoden der akustischen Analyse vermittelt.  Die gängigen Methoden der Sprachaufzeichnung und Sprachanalyse werden  mit Hilfe der am Institut vorhandenen Rechner eingeübt.
 

Literatur:

Neppert & Petursson, 1986, Elemente einer akustischen Phonetik, Buske  Verlag: Hamburg.
Lass N.J., 1996, Principles of Experimental Phonetics, Mosby: St. Louis
etc.

Beide Bücher sind in den Institutsbibliotheken (IMS, KII) mehrfach  vorhanden.


8) HS 2: Kolloquium für Examenskandidaten

Dogil / Mo 14.00 - 15.30 / 3.11  


9) HS 2: MÜ I: LFG-basierte maschinelle Übersetzung

Heid / Rohrer / Do 9.45 - 11.15 / 12.21  


10) HS 4: Algorithmische Semantik

Schiehlen / Di 9.45 - 11.15, Do 11.30 - 13.00 / 13.11

Zielgruppe: CL, Informatik

Inhalt und Ziel:
Das Seminar gibt einen Überblick über Techniken der Semantikkonstruktion, d.h. der Konstruktion semantischer Repräsentationen aus syntaktischen Ausgabestrukturen. Im ersten Teil des Seminars soll der traditionelle auf dem  Lambda-Kalkül basierende Ansatz vorgestellt werden, der Feature-Strukturen in prädikatenlogische Formeln oder DRSen umwandelt (Pereira&Shieber87, Blackburn&Bos98).

Im zweiten Teil des Seminars soll auf einen neueren Ansatz eingegangen werden, mit dem aus kontextfreien Bäumen Unterspezifizierte Diskursrepräsentationsstrukturen (UDRSen, Reyle93, Frank&Reyle92) in der Form von Verbmobil Interface Terms (VITs, Dorna98) erstellt werden können. Anhand dieses Ansatzes und umfangreichen Datenmaterials soll gezeigt werden, wie ein großer semantischer Repräsentationsformalismus datengetrieben definiert werden kann.

Voraussetzung: Algorithmische Syntax, Prologkenntnisse

Leistungsnachweis: Übungsaufgaben; ggf. Referat

Literatur:

Fernando Pereira & Stuart Shieber 1987: Prolog and Natural-Language Analysis, CSLI Lecture Note. 

Patrick Blackburn & Johan Bos 1998: Representation and Inference for Natural Language: A First Course 
in Computational Semantics.
http://www.coli.uni-sb.de/~bos/comsem/
Anette Frank & Uwe Reyle 1992: How to Cope with Scrambling and Scope. in: Görz, G. (ed.): Konvens 92. 
Reihe `Informatik aktuell', Springer, Berlin, 178-187.
Uwe Reyle 1993: Dealing with Ambiguities by Underspecification: Construction, Representation and 
Deduction, Journal of Semantics 10,2.
Michael Dorna 1998: The ADT Package for the Verbmobil Interface Term, Verbmobil Report 104X.
/fak5/ims/projekte/verbmobil/vitADTX/

11) HS 4: Pragmatik

Kamp / Mi 9.45 - 11.15, 13.11 ; Mo 11.30 - 13.00, 12.21

Zielgruppe: HF Linguistik (Diplom/MA), HF Informatik mit NF Linguistik

Man unterscheidet auf der Bedeutungsebene zwischen semantischen und pragmatischen Aspekten. In der Kommunikation, und a forteriori in der Computerlinguistik, ist aber eine Interaktion beider Ebenen unabdingbar. Die Veranstaltung will anhand konkreter Beispiele die Gegenstände der Pragmatik identifizieren und auf der Basis der semantischen Repräsentationen der DRT eine integrierte Behandlung von semantischen und pragmatischen Aspekten diskutieren. Schwerpunktmäßig werden die etablierten Bereiche Deixis, Präsupposition, Implikatur und Sprechakte behandelt.Eingegangen wird aber auch auf Diskursrelationen, Konversationsanalyse und Topic/Focus.

Voraussetzung: Semantik I/II, DRT-Kenntnisse

Leistungsnachweis: Referat oder Klausur


12) HS 2: Semantikkolloquium

Kamp / Fr 14.00 - 15.30, 2.14  


13) HS 2: Information Retrieval

König-Baumer / Mo 14.00 - 15.30 / 12.21

Voraussetzungen: Grundkenntnisse Informatik

Fast jede WWW-BenutzerIn hat schon von Search Engines, also einer Art von Information-Retrieval- (IR) oder Text-Retrieval-Systemen Gebrauch gemacht. Dieses Seminar soll einen Überblick geben über

  • gängige Methoden und Begriffe des 'klassischen' Information Retrieval
  • verwandte Gebiete: Information Extraction, Information Filtering, Information Routing, Document Classification, Categorization, ...
  • stärker linguistisch basierte Methoden (inhaltsbezogenes IR, Term-Extraktion, ...)

Leistungsnachweis: Vortrag im Seminar mit ausgearbeitetem Handout.

Literatur:

Frakes, W.; Baeza-Yates, R.: Information Retrieval. Data Structures and Algorithms, Prentice-Hall, N.J., 
1992
Norbert Fuhr: Information Retrieval. Manuskript. Universität Dortmund, 1996.
C. J. van Rijsbergen: Information Retrieval. 1979. (vergriffen)
Salton, G.; McGill,M.J.: Introduction to Modern Information Retrieval. McGraw-Hill, New York 1983. 

14) HS 2: Deduktionssysteme

König-Baumer / Fr 14.00 - 15.30 / 12.21

Zielgruppe: Informatiker und Computerlinguisten im Hauptstudium

Vorraussetzung: Grundkenntnisse Logik

Automatische Beweiser sind zentraler Bestandteil vieler Systeme aus dem Bereich der KI und stellen insbesondere für das logische Programmieren eine notwendige technische Voraussetzung dar. Im Seminar werden die Grundlagen für Deduktionssysteme verschiedenster Art behandelt. Die Themen umfassen u.a. Kalküle für Prädikatenlogik - insbesondere verschiedene Varianten der Resolutionsmethode, sowie Kalküle des natürlichen Schließens - und verschiedene Repräsentationsmethoden für solche Kalküle wie Tableaux, Connection-Graph-Methode, oder Matrix-Methode. Besonderes Augenmerk wird auf die Grundlagen für das gängige Paradigma des logisches Programmierens, das Programmieren mit definiten Klauseln, gelegt.  Ausserdem werden constraint-basierte Systeme besprochen.

Leistungsnachweis: Vortrag im Seminar mit ausgearbeitetem Handout.

Literatur:

Hofbauer/Kutsche (1991). Grundlagen des maschinellen Beweisens, Vieweg, ISBN 3-528-14718-0 (2.Aufl.)
weitere Literatur wird bekannt gegeben

15) HS 2: Prosodie und Intonation

Möbius / Mo 9.45 - 11.15 / 12.21

Zielgruppe: Diplomstudium Computerlinguistik

Der Stand der Forschung auf dem Gebiet der Prosodie, insbesondere der Intonation, läßt sich als äußerst divers und kontrovers charakterisieren. Dies trifft sowohl auf die phonologische als auch auf die phonetische Beschreibungsebene zu. In diesem Seminar sollen die wichtigsten aktuellen Intonationsmodelle besprochen werden, und zwar sowohl hinsichtlich ihrer phonologischen Grundlagen und Annahmen als auch unter dem Aspekt ihrer Implementierung und Anwendung, z.B. in Sprachsynthesesystemen.

Je nach Vorkenntnissen der Teilnehmer soll zu Beginn des Seminars zunächst die prosodische Terminologie erarbeitet werden.

Voraussetzungen: Einführung in die Phonetik und Phonologie

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme, Vortrag und schriftliche Ausarbeitung (spätester Abgabetermin: Beginn WS 2000).

Literatur:

D. Robert Ladd (1996): Intonational phonology. Cambridge University Press.
Die Beiträge von Beckman, Gronnum, Ladd und Möbius in: Proc. 13th Internat. Congr. of Phonetic Sciences, 
Vol. 1, Stockholm, 1995.
Bernd Möbius (1993): Ein quantitatives Modell der deutschen Intonation - Analyse und Synthese von 
Grundfrequenzverläufen. Niemeyer, Tübingen. Kapitel 2-4.

16) HS 2: Sprachsynthese II

Möbius / Möhler / Di 15.45 - 17.15 / 3.11 (Phonetiklabor)

Zielgruppe: Diplomstudium Computerlinguistik

Bei der Konversion von Text in Lautsprache (text-to-speech, TTS) lassen sich prinzipiell zwei Schritte unterscheiden, linguistische Analyse und akustische Sprachsynthese. Während das Seminar Sprachsynthese I den Schwerpunkt auf die akustische Synthese legte, sollen in Teil II die linguistischen Komponenten eines TTS-Systems im Mittelpunkt stehen.

Die folgenden Probleme der linguistischen Textanalyse sollen besprochen werden: Erstellung des Lexikons einschließlich morphologischer Paradigmata, Kompositazerlegung und Analyse unbekannter Wörter, Disambiguierung, phonologische Prozesse und Ausspracheregeln. Die einzelnen Probleme sowie Methoden und Techniken zu ihrer Lösung sollen anhand kleiner praktischer Übungen veranschaulicht werden, und zwar unter Verwendung des TTS-Systems IMS-Festival. Bei Interesse können die Übungen auch in weiterführende Projekte (Studienarbeit, Diplom-/Magisterarbeit) münden.

Voraussetzungen: Sprachsynthese I (empfohlen)

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme, Übungsaufgabe oder Vortrag, jeweils mit schriftlicher Ausarbeitung (spätester Abgabetermin: Beginn WS 2000).

Literatur:

Richard Sproat (Hg.) (1998): Multilingual Text-to-Speech Synthesis. Kluwer, Dordrecht
Thierry Dutoit (1997): An Introduction to Text-to-Speech Synthesis. Kluwer, Dordrecht

17) HS 2: Analyse des Japanischen und Koreanischen mittels LFG

Nanz / Do 8:00-9:30 / 17.53 (KII)

In diesem Seminar wollen wir unter dem Aspekt der maschinellen Uebersetzung bestimmte syntaktische Strukturen
der deutschen Sprache den Strukturen der entsprechenden japanischen und koreanischen Uebersetzungen (und umgekehrt) gegenueberstellen. Diskutiert werden sollen dabei semantisch, stilistisch bzw. pragmatisch motivierte Entsprechungsvarianten.

Betrachtet werden unter anderem deutsche Relativsaetze, Infinitivkonstruktionen mit "zu", deutsche Modalverben, Artikel und Praepositionen im Hinblick auf ihre japanischen und koreanischen Entsprechungen. Bezueglich ihrer deutschen Entsprechung werden wir im Japanischen und Koreanischen Honorativformen und Topik betrachten.

Als Grundlage fuer die Analyse dient die Lexical Functional Grammar (LFG) von Bresnan/Kaplan. In den ersten Sitzungen erfolgt eine kurze Einfuehrung in LFG.

Japanisch-bzw.Koreanischkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Literatur: Literaturhinweise in der ersten Sitzung.


18) HS 2: Maschinelle Lexikologie und Lexikographie: Statistische Ansaetze zur Erkennung von Mehrwortausdruecken in Textcorpora

Evert / Heid / Prescher / Mi 9:45 - 11:15, 12.21


19) HS 4: Laborphonologie des Deutschen

Jessen / Di 9:45 - 11:15, 3.11 ; Fr 11:30 - 13:00, 3.11

Voraussetzungen: Absolviertes Grundstudiumsseminar "Einf. Phonetik/Phonologie" oder äquivalente Kenntnisse.

Es hat sich in den letzten Jahren immer deutlicher gezeigt, dass einige der klassischen phonologischen Regeln/Constraints einer Sprache in empirischer oder theoretischer Hinsicht stärker in die Nähe der Phonetik gerückt werden sollten. In empirischer Hinsicht können mit experimentalphonetischen und anderen Verfahren im Rahmen der "Laboratory Phonology" neue Erkenntnisse gewonnen werden, die dort Klarheit zu schaffen in der Lage sind, wo die auditive Trankription oder die Sprecherintuition mit Unsicherheiten behaftet ist. In theoretischer Hinsicht hat sich gezeigt, dass einige Phänomene, die bisher als Manipulation von phonologischen Kategorien (Merkmale, metrische Konstituenten, usw.) analysiert wurden, sinnvoller als phonetisch-gradient zu analysieren sind (numerische Dauermodellierung, Interaktion artikulatorischer Gesten, usw.), ganz analog zu solchen Verfahren, die auch in der Sprachsynthese verwendet werden. In diesem Seminar machen wir uns anhand von Handbüchern und Artikeln zur Phonologie des Deutschen auf die Suche nach solchen (ganz und gar nicht seltenen) phonologischen Regeln, die von einer laborphonologischen Neubetrachtung profitieren können. Kleine phonetische Experimente werden gemeinsam konzipiert und durchgeführt, und es ergeben sich verschiedene Themen für Hausarbeiten, Studienarbeiten, usw.

Literatur:

Wiese, R. 1996. The Phonology of German. Oxford: OUP. 
Weitere phonologische, phonetische und Interface-Literatur wird bereitgestellt

20) HS 4: Parsing II: Statistisches Parsing

Rooth / Do 11.30 - 13.00, 3.24 ; Di 14.00 - 15.30, 13.11

The course covers algorithms, mathematical formalisms, andexperimental techniques for statistical parsing of natural language. Lab sessions use Glenn Carroll's Gramotron 98 lexicalized statistical parsing implementation.  Topics include:

  • Probabilistic context free grammar
  • Practical development of statistical grammars
  • Inside-outside and flow algorithms
  • EM algorithm
  • Practical estimation of statistical grammars
  • Probabilistic language modeling
  • Part of speech tagging
  • Latent class models of lexical selection
  • Practical evaluation of statistical grammars

Prerequisites Formale Grundlagen II, Parsing I (or comparable experience with context free parsing algorithms)

Literatur:

Eugene Charniak, Statistical Language Learning. Cambridge: MIT Press.
Glenn Carroll and Mats Rooth. Statistical Parsing with Gramotron Experiments. Unpublished lecture notes.

21) V2+Ü1 (Grund- und Hauptstudium): Programmieren in Perl für Computerlinguisten

Evert, Fitschen, Lezius / Mi 14:00 - 15:30 / 12.21

Die Programmiersprache Perl ist in den vergangenen Jahren ein fester Bestandteil der Computerlinguistik geworden. Durch kurze, einfache Programme lassen sich mit Hilfe von Perl linguistische Vorverarbeitungen, Format-Konvertierungen, Ergebnis-Aufbereitungen, Automatisierung von Programmaufrufen usw. realisieren. Für die Popularität von Perl über die Computerlinguistik hinaus haben die freie Verfügbarkeit unter Unix und Windows sowie eine Fälle externer Modul-Bibliotheken gesorgt. Ein Beispiel ist das CGI-Modul, das die CGI-Programmierung enorm vereinfacht.

Vorläufiges Programm:

  1. Grundlagen der Perl-Programmierung
  2. Reguläre Ausdrücke
  3. Komplexe Datenstrukturen
  4. Verwendung von Modul-Bibliotheken
  • Einbindung externer Bibliotheken
  • CGI-Programmierung
  • Datenbank-Anbindung
  • CQP-Anbindung (IMS-Modul)
  • Morphologie-Anbindung (IMS-Modul)

Voraussetzung: Software-Labor 1+2 oder Unix-Grundkenntnisse

Leistungsnachweis: durch ein Programmierprojekt

Literatur:

Larry Wall, Tom Christiansen & Randal L. Schwartz: Programming in Perl. O'Reilly & Associations, 1996.
Fahrid Hajji: Perl - Einführung, Anwendung, Referenz. Addison-Wesley, 1998.
Ellie Quigley: Beispielhaft in Perl programmieren. Prentice Hall, 1995.

22) : Maschinelle Lexikologie: Computermorphologie

Lüdeling / Möbius / Heid / Di 11:30 - 13:00, 12.21

 

Homepage des Kurses


23) HS: Neurolinguistik

Mayer, Classen / Mi 14.00 - 15.30

Thema des Seminars sind neuere Entwicklungen in der neurolinguistischen Forschung, sowohl die Sprachverarbeitung im gesunden Gehirn als auch die Beeinträchtigung sprachlicher Leistungen im Rahmen neurologischer Erkrankungen betreffend. Ein Schwerpunkt wird die funktionelle Neuroanatomie der Sprachproduktion sein, also die Lokalisation von Hirnstrukturen, deren Aktivität mit bestimmten Sprachproduktionsprozessen (semantische Generierung, syntaktische Analyse, phonologisch-phonetische Verarbeitung, Artikulation) korreliert.  Vorkenntnisse in den Bereichen Neurolinguistik / Klinische Linguistik / Psycholinguistik sind von Vorteil, jedoch keine Voraussetzung.

Literatur: Zur Orientierung: WWW-Tutorial "Sprache und Gehirn"


24) : Metaphern

Czerwinski / Kamp / Schlaffer / Do 11.30 - 13.00 / 17.91

Metapher heißt wörtlich ``Übertragung'' eines sprachlichen Ausdrucks - von einem gewohnten Bereich in einen ungewohnten (oder umgekehrt?). Metaphern werden, meistens unbewußt und oft unumgänglich, in der Alltagssprache gebraucht, bewußt jedoch in der Rhetorik und in der Dichtung erzeugt. Umstritten ist - auch unter den Veranstaltern des Kolloquiums -, ob die Metapher eine anthropologische Konstante darstellt, ja sogar der sachlich- referentiellen Bedeutung der Wörter vorangeht, oder ob sie nur als geplante Abweichung vor dem Hintergrund "buchstäblicher" Bedeutung wahrgenommen werden kann. Die erste These beruft sich mit ethnologischen Belegen auf die anthropomorphisierende Leistung der Sprache, die der fremden Welt ein vertautes menschliches Gesicht zu geben versucht, die zweite These auf die kognitionswissenschaftliche Notwendigkeit, auch komplexere Ausdrücke der Sprache durch Interpretation einem eindeutigen Anwendungsbereich zuzuführen. - Historisch-genetische und epistemologisc -pragmatische Überlegungen deuten in verschiedene Richtungen. Der lange Streit über Definition, Herkunft und Funktion der Metaphern in alltäglicher wie poetischer Rede wird also auch in dieser Veranstaltung weitergehen. Klassische Studien vereinigt der Band "Theorie der Metapher" hg. v. A. Haverkamp, Darmstadt 1983; ein erweitertes und aktualisiertes Literaturverzeichnis wird zu Beginn des Kolloquiums verteilt.


25) HS 2: Schnittstellen der Phonetik zu anderen Disziplinen der Linguistik

Dogil / Do 15.45 - 17.15 / 12.21

Zielgruppe: Diplomstudium Computerlinguistik, Linguistik

In dem Seminar werden die Schnittstellen der Phonetik zu anderen linguistischen Disziplinen (Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik) besprochen. Darüberhinaus wird der Beitrag der Phonetik für Psychologie und Kongnitionswissenschaften anhand experimenteller Ergebnisse eingeführt. Wir werden uns inbesondere der experimentellen Validierung des Begriffs des 'Syllabary' widmen. Computerlinguistische Untersuchungen der Sprachdatenbanken, phonetische Messungen (kinematische und akustische), sowie neurokognitive Untersuchungen (fMRI) der Einheiten der 'Syllabaries' werden im Seminar durchgeführt.

Voraussetzungen: Einführung in die Phonetik und Phonologie

Literatur:

Levelt, W.J.M. & L. Wheeldon 1994. Do speakers have access to a mental syllabary? Cognition 50, 239-269.

26) HS2-stuendig: Bayesianische Bedeutungslehre

Arthur Merin / Fr 15:45 - 17:15 / 12.21

Eine Reihe zentraler Phaenomene der Bedeutungslehre soll im Rahmen einer personalistischen Wahrscheinlichkeitstheorie doxastischer Zustaende und Zustandsveraendereungen untersucht werden.

Voraussetzungen: gute Kenntnisse der formalen Semantik,
Voranmeldung per e-mail (merin@ims) bis spaetestens zwei Wochen vor Semesterbeginn.


27) HS 2: Spracherkennung III

Regel-Brietzmann (Daimler Benz, Ulm) / Blockseminar 1. Vorlesungsfreie Woche / 3.11

Voraussetzung: Grundlagen der Phonetik und Signalverarbeitung sind nützlich, aber nicht Voraussetzung.

Zielgruppe: CL, Informatik

Das Seminar teilt sich in einen theoretischen Teil und einen praktischen Teil am Rechner. Der theoretische Teil enthält die Grundlagen der automatischen Spracherkennung. Den Schwerpunkt bilden die Hidden-Markov-Modelle. Außerdem sind Spezialthemen, die im praktischen Teil umgesetzt werden, Inhalt des Seminars. Der praktische Teil enthält eine Übung am Rechner, die den Umgang mit dem Hidden-Markov-Toolkit (HTK) und das Erarbeiten spezieller Probleme der Spracherkennung zum Ziel hat (z.B. optimale Wortuntereinheiten, Aussprachevarianten, Sprechererkennung).

Literatur:

Kapitel aus N. Lass: Principles of Exp. Phonetics, Kapitel 11, "Speech Recognition by Computers": Sehr gut 
geschrieben, umfassende Grundlagenvermittlung, engl.
Artikel aus Zeitschrift C't, 1993: "His Master's Voice" Nicht mehr ganz neu, aber immer noch informativ, deutsch
Artikel aus Zeitschrift iX, 1999: "HAL, hoerst du mich?" Brandaktuell, aber nicht seht vertiefend.

28) HS 2: Stimmqualität

Marasek / Fr 9.45 - 11.15 / 3.11

Das Seminar bietet eine Einführung in die Aspekte der Stimmqualität. Die wichtigsten Stimmeigenschaften und die Wirkung der Stellung der Stimmorgane auf die Stimme werden vorgestellt. Auch die Methoden der objektiven Beurteilung der Stimmqualität werden vermitteln, insbesondere wird der Verlauf der Phonation anhand akustischer und
EGG-Methoden interpretiert.

Voraussetzungen: Einführung in die Phonetik
Zielgruppe
: CL

Literatur:

Eckert H.,, Laver J., Menschen und ihre Stimmen - Apsekte der vokalen Kommunikation, Beltz, Psychologie Verlags 
Union, Weinheim 1994.
Titze I., Principles of voice production, Prentice Hall, Englewood Cliffs,1994.
Laver J., The gift of speech, Edinburgh University Press, Edinburgh, 1991.

29) : Institutsversammlung

IMS / Mi 11.30 - 13.00 / 12.21


30) : Institutskolloquium

Kamp/Rohrer / Mo 15.45 - 17.15 / 12.21